Rating: Die besten Sterbegeld-Tarife
Erstmals legt das Analysehaus Franke und Bornberg ein Rating zur Sterbegeldversicherung vor. Das schafft Transparenz in einem Wachstumsmarkt, dem bislang belastbare Qualitätsmaßstäbe fehlen. Kein einziger Tarif ist spitze.
Eine durchschnittliche Bestattung kostet heute samt Trauerfeier, Grabstein und Grabpflege schnell 10.000 Euro. Gleichzeitig steigen die Bestattungskosten deutlich schneller als die allgemeine Inflation. Das staatliche Sterbegeld war schon 2004 abgeschafft worden, sodass der Bedarf an privater Absicherung wächst. "Die Sterbegeldversicherung ist ein Produkt, das gesellschaftlich gebraucht wird", sagt Michael Franke. "Umso wichtiger ist es, dass Verbraucher und Vermittler wissen, was die Tarife wirklich leisten – und was nicht", so der Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg (FuB) weiter.
Mit seinem ersten Rating schafft FuB jetzt Transparenz in einem Markt, dem bislang belastbare Qualitätsmaßstäbe fehlen. Analysiert werden klassische Leistungsmerkmale ebenso wie Assistance-Angebote und Zusatzleistungen. Dazu gehören unter anderem:
- Wartezeiten und Leistungsausschlüsse,
- Bestattungsberatung und digitale Nachlassverwaltung,
- Überführungskosten bei Tod im Ausland,
- Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit.
Mindeststandards für die oberen Bewertungsklassen verhindern, dass Schwächen bei zentralen Leistungen durch Stärken in Nebenbereichen ausgeglichen werden können, heißt es bei FuB. In die Bewertung fließen 59 Tarife von 30 Gesellschaften ein. Das Analysehaus Morgen & Morgen bewertet Sterbegeld-Policen bereits seit dem Jahr 2020.
Wie die Tarife bewertet wurden
Bewertet wurde von FuB nun, was die Versicherer standardmäßig anbieten. Herangezogen haben die Analysten dazu Detailkriterien aus 24 Bereichen. Details zur Methodik stehen im Internet (externer Link). Das Rating beruhe ausschließlich auf selbst recherchierten Daten. Als Grundlage dienten FuB rechtsverbindliche Unterlagen wie Versicherungsbedingungen und Verbraucherinformationen. Werbliche Aussagen, Selbstauskünfte und Leistungsversprechen außerhalb der Vertragsdokumente blieben unberücksichtigt.
Ergebnis: Kein Tarif schaffte die Bestnote FFF+ (hervorragend), lediglich ein Tarif die Note FFF (sehr gut): das Allianz-Angebot (Bestattungs-Schutzbrief – E159, Stand 12.2025). Nur zwei weitere Angebote schnitten gut ab (FF+): Ergo Sterbevorsorge Premium, Stand 06.2025, sowie Ideal Sterbegeld, Stand 10.2025 (Baustein doppelte Leistung bei Unfalltod sowie Baustein Beitragsbefreiung ab Pflegegrad 4). Die Masse (38,5 Prozent) schaffte lediglich eine mangelhafte Bewertung (F) – siehe Grafik.

Quelle: Franke und Bornberg
Große Qualitätsunterschiede
Die detaillierten Ergebnisse können im Internet (externer Link) nachgelesen werden, wobei nach zwei Tarifarten unterschieden wird: Policen gegen laufenden Beitrag und gegen Einmalbeitrag. Besonders deutlich zeigen sich die Schwächen bei Assistance-Leistungen. "Viele Tarife bieten nur eingeschränkte Unterstützung bei Organisation, Beratung oder digitalem Nachlassmanagement; auch Leistungen für Überführungen aus dem Ausland oder bei Pflegebedürftigkeit weisen häufig Lücken auf", so Franke. Gerade solche Leistungen sollten aber Angehörige im Ernstfall konkret entlasten.
Das Angebot an Sterbegeld-Policen wächst, doch die Qualität steigt nicht im gleichen Tempo, konstatiert FuB. Die Absicherung entwickele sich vom Nischenprodukt zum Wachstumsmarkt. Die Wahl der Police sei eine langfristige Entscheidung für das Lebensende, die eine belastbare Informationsgrundlage brauche. "Wie in anderen Bereichen – etwa der Cyberversicherung – beflügelt ein Rating den Wettbewerb und führt mittelfristig zu inhaltlich besseren Tarifen", meint Franke. (dpo)















