Fitch Ratings geht davon aus, dass sich die weltweite Konsolidierung der Lebensversicherungsbranche fortsetzen wird und große Lebensversicherungsbestände zum Verkauf angeboten werden. Treiber der Entwicklung sind die Bemühungen der Versicherer, ihre Bilanzen und Betriebsstrukturen zu optimieren, wie die Ratingagentur in einer Pressemitteilung zu ihrem aktuellen Report "Life Insurance Consolidation to Continue" schreibt. Makroökonomische Volatilität, Finanzierungsbedingungen und verstärkte regulatorische Kontrollen werden die Konsolidierungstätigkeit voraussichtlich nicht wesentlich abschwächen, so Fitch.

Die Ratingagentur sieht Deutschland mit einem Portfolio an abzugebenden, "stillgelegten" Lebensversicherungen im Wert von rund 25 Milliarden Euro als größten Markt für Transaktionen in Europa, sogenannte externe Run-offs. In Großbritannien habe sich der Fokus auf den Transfer von Pensionsrisiken (PRT) verlagert. Das starke Angebot in dem Bereich durch verkaufswillige Gesellschaften dürfte das Volumen der Risiken von 38 Milliarden Pfund im Jahr 2025 auf 45 bis 50 Milliarden Pfund im Jahr 2026 steigern. In den Niederlanden ist ein ähnlicher Trend zu beobachten, mit erwarteten PRT-Volumina von rund zehn Milliarden Euro im Jahr 2026.

Japanische Versicherer als Run-off-Investoren
In den USA schreitet die Konsolidierung der Lebensversicherung weiter voran, wobei alternative Investmentmanager eine bedeutende Rolle spielen, so Fitch. In Japan steigt die Nachfrage nach Rückversicherungen für die Bestände, da Versicherer so ihre Kapitaleffizienz verbessern wollen. Gleichzeitig beteiligen sich japanische Lebensversicherungsgruppen als Käufer oder strategische Investoren an globalen Risikotransferplattformen – wie etwa der Lebensversicherer T&D Holdings, der Teil des Konsortiums ist, welches 2025 die Run-off-Plattform Viridium übernahm. (jb)