Ein hohes Gehalt macht einiges im Leben leichter. Zu den Dingen, von denen Top-Verdiener sich, zumindest teilweise, frei machen können, gehören auch Rentenbeiträge. Wer in Deutschland mehr als 7.100 Euro brutto im Monat im Westen und mehr als 6.700 Euro brutto im Osten verdient, muss vom Gehalt oberhalb dieser Grenze nichts mehr für die Rentenkasse abzwacken. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat analysiert, wie viele Menschen diese sogenannte Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Die aktuellsten Zahlen sind von 2019: Damals erhielten knapp 1,5 Millionen Beschäftigte ein Gehalt oberhalb des Beitragslimits.

Die Beitragsbemessungsgrenze wird von vielen kritisiert, weil durch sie ausgerechnet Besserverdiener bevorteilt werden. So fordert etwa die Partei Die Linke in ihrem Wahlprogramm, die Beitragsbemessungsgrenzen zu vereinheitlichen und in mehreren Schritten anzuheben, berichtet die SZ. Dann müssten Besserverdiener und ihre Arbeitgeber höhere Rentenbeiträge zahlen – die Arbeitnehmer hätten dann aber auch höhere Rentenansprüche.

Ungleich verteilt
Die Analyse der DRV hat außerdem verdeutlicht, wie ungleich die Top-Gehälter in Deutschland zwischen den Geschlechtern verteilt sind. So bekamen 2019 knapp 1,27 Millionen Männer, aber nur etwa 210.000 Frauen ein Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Das deutet darauf hin, dass Spitzenpositionen in Unternehmen immer noch deutlich seltener von Frauen besetzt werden als von Männern, analysiert die SZ. (fp)