Die Zahl der Riester-Verträge sinkt immer schneller. Ende des dritten Quartals 2021 gab es 16,21 Millionen entsprechender Policen, zeigen aktuelle Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Das entspricht einem Minus von einem Prozent im Vergleich zum Stand Ende 2020. Einen so deutlichen Schwund hatte es in einem Zeitraum von drei Quartalen bislang nicht gegeben. Auf Sicht von drei Jahren sind fast 400.000 Verträge vom Markt verschwunden (siehe Grafik).

Das Minus am Riester-Markt ist mittlerweile ein produktübergreifendes Phänomen: Die Zahl der entsprechenden Versicherungsverträge sinkt schon seit 2013, die der Banksparpläne seit 2015. Im vergangenen Jahr schrumpfte erstmals auch der Bestand an Fonds- und Wohn-Riester-Verträgen.

Die neue "Ampel"-Regierung will die private Altersvorsorge laut Koalitionsvertrag "grundlegend reformieren". Die Riester-Rente hat kaum noch Fürsprecher in Berlin, für Altverträge soll es aber einen Bestandsschutz geben. In jüngster Vergangenheit haben zahlreiche Versicherer und Fondsgesellschaften ihr Angebot dieser staatlich geförderten Altersvorsorge eingestellt – die geforderte Beitragsgarantie lässt sich in Zeiten negativer Zinsen schlicht nicht mehr darstellen. (bm)