Nur wenige Wochen nach der Zurich will nun auch der französische Versicherungskonzern Axa einen Teil seines Policen-Bestandes in Deutschland in den Run-off schicken. 900.000 Versicherungsverträge sollen auf den Abwickler Athora Leben mit Sitz in Wiesbaden übertragen werden, wie die Axa mitteilt. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet worden, die Veräußerung stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Finanzaufsicht Bafin.

Bei dem zu veräußernden Segment handelt es sich um den Bestand der ehemaligen DBV-Winterthur Leben (DWL), die seit 2006 zum Axa Konzern gehört. Der Bestand umfasst im Wesentlichen klassische Lebens- und Rentenversicherungsverträge und ist seit knapp zehn Jahren für das Neugeschäft geschlossen.

Deckungsrückstellungen in Höhe von 14 Milliarden Euro
Mit der Transaktion werden Deckungsrückstellungen in Höhe von rund 14 Milliarden Euro übertragen. So soll das Finanz- und Risikoprofil des Versicherers gestärkt werden. Der strategische Fokus soll weiterhin auf fondsgebundenen und anderen kapitalmarktnahen Policen sowie biometrischen Produkten in der privaten und betrieblichen Altersversorgung liegen.

"Mit kapitalmarktnahen Lösungen haben wir schon heute genau die Angebote, die den Kundenanforderungen und regulatorischen Ansprüchen gerecht werden", erklärt Deutschland-Chef Thilo Schumacher. "Die geplante Veräußerung ermöglicht es uns, diesen Weg konsequent fortzusetzen."

Zurich trennte sich im Juni von Policen-Paket
Bereits im April dieses Jahres war bekannt geworden, dass die Versicherer Zurich und Axa nach Möglichkeiten suchten, sich von Altbeständen mit hohen Zinsverpflichtungen zu trennen, unter anderem, um ihre Bilanzen zu entschlacken. Die Axa hatte sich dazu aber nicht äußern wollen. Die Zurich traf Ende Juni eine Vereinbarung mit dem Abwickler Viridium über den Verkauf eines Bestandes an Lebensversicherungen. (am)