Die Versicherungsvermittler kommen ihren gesetzlichen Weiterbildungspflichten nach. Einige können nach einem halben Jahr schon ihre Bücher zuklappen – im übertragenen Sinne. Denn sie haben die erforderlichen 15 Stunden Lernzeit schon zusammen, die die EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD vorschreibt. Ein großer Teil muss aber noch die in der Regel virtuelle Schulbank weiter drücken. Das zeigt die aktuelle Statistik von "Gut Beraten", der Weiterbildungsinitiative der Versicherungswirtschaft. 

Diese verzeichnete zum 30. Juni knapp 150.000 Bildungskonten, ein kleiner Rückgang von rund 750 Konten seit dem ersten Halbjahr 2020. Damit dürfte sich also der Großteil der rund 166.000 im Vermittlerregister des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) registrierten Makler und gebundenen Versicherungsvertretern seine Lernaktivitäten bei "Gut Beraten" dokumentieren lassen. 

Hälfte der Vermittler muss noch mehr als einen Blick in die Bücher werfen
Von den dort aktiven 150.000 Vermittlern haben nun laut der Initiative 26.755 die 15 Stunden absolviert – und sich so die Erklärung von "Gut beraten" zur IDD-konformen Weiterbildung verdient. 4.590 haben sogar 30 Stunden fortbildend verbracht. Fast 48.000 Vermittler haben immerhin schon zwischen fünf und 15 Stunden auf ihrem Konto. Rund die Hälfte der Vermittler hat aber noch keine fünf Stunden gelernt – sie müssen also noch ran.

Die Initiative meldet ferner, dass Präsenzveranstaltungen seit rund 15 Monaten nur noch eine geringere Rolle spielen. Aktuell liegt deren Anteil bei acht Prozent aller Veranstaltungen. Das entsprechend höhere Angebot an E-Learning-Formaten – seit über einem Jahr konstant bei etwa 90 Prozent – zeuge zugleich von Flexibilität und hohem Engagement der Bildungsanbieter. Innerhalb der E-Learning-Formate zeichnet sich in diesem Jahr ein anhaltender Trend hin zu gesteuerten Maßnahmen ab, wie etwa Lernen in Online-Klassen oder anderen geschlossenen und angeleiteten Gruppen. 20 Prozent der Seminare entfallen auf solche Angebote. (jb)