Deutsche Lebensversicherer sind gesetzlich dazu verpflichtet, Kunden klassischer Policen einmal im Jahr über den Wert ihres Vertrages und die zu erwartenden Leistungen zu informieren. Der Gesetzgeber hat dafür 2018 Vorschriften erlassen, wie diese Standmitteilungen auszusehen haben. Diese gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen die Gesellschaften weitgehend. Eine Reihe liefert auch wichtige Zusatzinfos und gibt so einen guten Überblick, wie aus der dritten Auflage der Transparenzstudie von Policen Direkt zu den Infobriefen hervorgeht. 

Die Gesellschaft, die als Aufkäufer von Klassik-Policen tätig ist, hat für die Erfüllung der Standards sowie einiger Boni jeweils Punkte vergeben. In der Gesamtschau hatte die Concordia Oeco Leben die Nase vorn. Diese erstellt also in Summe die transparentesten und verständlichsten Standmitteilungen. Auch die Provinzial Leben und die Öffentliche Leben Sachsen-Anhalt haben ihre Hausaufgaben nach Meinung von Policen Direkt sehr ordentlich gemacht.

Gesetzliche Vorgaben weitgehend erfüllt
Policen Direkt berichtet in einer Pressemitteilung zu der Studie, dass wie bereits in der vorhergehenden Studie 66 (von 74 untersuchten) Lebensversicherer die gesetzlichen Regelungen gemäß Paragraf 155 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vollständig erfüllen. Der Passus des VVG schreibt vor, dass Versicherungsnehmer informiert werden, wie hoch ihre Überschussbeteiligungen sind und wie viel Geld sie zum Ende der Vertragslaufzeit erwarten können. 

Insgesamt 49 Versicherungsgesellschaften schaffen es auch, die Versicherungsnehmer genau darüber zu informieren, wie hoch ihre der Beteiligung an den Bewertungsreserven ist. Entsprechende Vorgaben hat die Finanzaufsicht Bafin in einem Rundschreiben von 2016 gemacht. Für die Erfüllung all dieser gesetzlichen Mindeststandards hat Policen Direkt insgesamt maximal 87 Punkte vergeben.

Bonus-Punkte verhelfen zu guter Gesamtnote
Doch diese Höchstpunktzahl haben längst nicht alle Gesellschaften erreicht, die in der Endabrechnung vorne liegen. Diese Versicherer haben dafür viele Bonuspunkte für weitere sinnvolle Angaben wie etwa zum Wert von Zusatzversicherungen zum Stichtag, laufende Vertragskosten oder Angaben zur Steuer, die beim jeweiligen Leistungsfall zu zahlen sind, eingeheimst. (jb)


Zur Methodik der Studie:
Wie wurde bewertet? Im ersten Schritt wurde geprüft, ob die Versicherer alle Vorschriften aus Paragraf 155 VVG und der Mindestzuführungsverordnung (MindVZ) befolgen. Hier waren in Summe bestenfalls 57 Punkte erreichbar. Weiter schaute Policen Direkt, ob die Gesellschaften etwa noch Angaben zur prognostizierten Ablaufleistung oder Einzelangaben zu den unsicheren Werten in der Ablaufleistung machen. Gesellschaften konnten in dem Bereich für wichtige optionale Informationen maximal 30 Punkte erzielen. Drittens untersuchte Policen Direkt weitere elf in ihren Augen sinnvolle "Bonus-Angaben", zu denen auch die laufenden Kosten gehören. Für jeden Bonus gab es vier Punkte.