Das junge Essener Unternehmen Ewa plant eine private Arbeitslosenversicherung, die Kunden vor dem Absturz auf Hartz-IV-Niveau bewahren soll. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das Start-up nennt seine Produktidee "Grundeinkommen per Versicherung“. Die Idee dahinter: Die entsprechende Arbeitnehmer-Police soll bei Kündigungen aus betrieblichen Gründen greifen. In den ersten zwölf Monaten der Arbeitslosigkeit zahlt die Versicherung den Kunden noch kein Geld aus. Stattdessen erhalten sie Zuschüsse zu Weiterbildungen und Bewerbungscoachings. Diese Kurse sollen den Versicherten schneller zu einem neuen Job verhelfen. Rutscht der Vertragsnehmer dennoch vom Arbeitslosengeld I in Hartz IV, zahlt die Versicherung bis zu zwei Jahre lang maximal den ALG 1-Betrag weiter.
 
Technischer Wandel als Chance
Ob und wann die Ewa-Innovation auf den Markt kommen könnte und wie viel die Police dann kosten soll, steht noch in den Sternen. Aktuell sucht das Unternehmen erst einmal Investoren für die Geschäftsidee. Findet das Start-up einen strategischen Partner, sei ein Markteintritt innerhalb eines Jahres möglich, versprechen die Gründer. 

Brandneu ist die Idee allerdings nicht: Ähnliche Versuche hatte es in Deutschland bereits im Jahr 1996 gegeben. Doch bisher waren private Arbeitslosenversicherungen gescheitert, weil sie unterm Strich zu teuer waren. Die Gründer von Ewa sehen ihre Marktchancen nun im technischen Wandel, der einen großen Block an administrativen Kosten obsolet und das eigene Vertragsmodell im Vergleich zu früheren Versuchen attraktiver macht (fp)