Die Vertreterversammlung der Deutschen Steuerberater-Versicherung (DSV) hat am vergangenen Mittwoch (11.12.) für die Sanierung der Pensionskasse votiert. Dabei haben die Stimmberechtigten auch beschlossen, den Garantiezins für alle Kunden auf maximal 2,25 Prozent festzulegen – sowohl für künftige Bezugsberechtigte als auch für Personen, die bereits Ruhegelder von der Kasse beziehen. Wie stark einzelne Versicherte von dem Schritt betroffen sind, hängt vom individuellen Tarif ab, so die DSV in einer Pressemitteilung.

Die Sanierung war wegen der massiven Finanzprobleme nötig geworden. In der Bilanz der DSV steht aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes ein Fehlbetrag von 158 Millionen Euro per Ende 2018 zu Buche. Daher kann das Vorsorgewerk auch die gesetzlich vorgeschriebene Solvabilitätsquote (SCR) nicht erfüllen. Diese besagt, dass die Eigenmittel eines Vorsorgewerkes ausreichend hoch sein müssen, um im Ernstfall alle Verpflichtungen gegenüber Kunden erfüllen zu können. Aber auch bei den DSV-Eigenmitteln klafft eine Lücke. Die Finanzaufsicht Bafin hat der Pensionskasse daher Ende November das Neugeschäft untersagt.

Durchschnittsverzinsung von 3,48 Prozent
Angesichts dieser Probleme kann die Kasse nach eigenen Angaben nicht mehr dauerhaft die einst zugesagten Garantien von bis zu vier Prozent auf die eingezahlten Beiträge der bei ihr versicherten Personen erwirtschaften. Die DSV weist darauf hin, dass sie schon 1967 gegründet wurde – damals als erste Säule der Altersvorsorge für die steuerberatenden Berufe. Sie verfüge daher über einen höheren Bestand an älteren Versicherten mit hohen garantierten Zinsen und Rentenleistungen. Für die garantierten Leistungen benötigte sie zuletzt eine Durchschnittsverzinsung von jährlich 3,48 Prozent. (jb)