Die Deutsche Steuerberater-Versicherung, Pensionskasse des steuerberatenden Berufs VVaG (DSV), hat schlechte Nachrichten für ihre Versicherten. Ihnen drohen wegen eines Fehlbetrages in der Bilanz 2018 in Höhe von 158 Millionen Euro sowohl Beitragserhöhungen als auch Senkungen der zugesicherten Zahlungen im Ruhestand. Personen, die bereits eine Betriebsrente von der DSV beziehen, sind ebenfalls betroffen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Pensionskasse hervor. Der Grund dafür ist das seit Jahren anhaltende Niedrigzinsumfeld, das es Einrichtungen wie der DSV erheblich erschwert, die nötigen Renditen zu erwirtschaften.

Die Steuerberater-Versicherung war bereits 2017 in Schieflage geraten. Ende 2017 hätte sie rund 39,7 Millionen Euro an Eigenmitteln als sogenanntes Solvabilitätskapital vorhalten müssen, um etwaige Verluste aus Anlagen ausgleichen zu können. Die Eigenmittel betrugen damals aber nur knapp 22 Millionen Euro, was eine Solvabilitätsquote (SCR) von 55,3 Prozent bedeutete, wie sie im Dezember 2018 meldete. Da gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die SCR mindestens 100 Prozent beträgt, musste die DSV Ende 2018 einen Sanierungsplan aufstellen und an die Finanzaufsicht Bafin schicken. Zudem hatte sie das Neugeschäft eingestellt.

Eigenmittel vollständig aufgebraucht
Allerdings zeichnete sich vor rund sechs Monaten bereits ab, dass die Pensionskasse auch die Mindestkapitalanforderung, die ein Drittel der Solvabilitätskapitalanforderung und damit rund 13,2 Millionen Euro betrug, nicht wird erfüllen können. Das ist nun geschehen: "Die Verstärkung der Deckungsrückstellungen führt in dem Entwurf des Jahresabschlusses 2018 zu einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 158 Millionen Euro, was circa 13 Prozent der Deckungsrückstellung entspricht. Der zu erwartende Fehlbetrag führt zu einem vollständigen Verzehr der Eigenmittel mit der Konsequenz, dass die Deutsche Steuerberater-Versicherung die Mindestkapitalanforderung nicht mehr erfüllt", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Konsequenzen: Die Pensionskasse muss nach eigenen Angaben auf die sogenannte "Rückstellung für Beitragsrückerstattung" und, wenn diese nicht ausreicht, auf eine Herabsetzung der Leistungen oder Erhöhung der Beiträge zurückgreifen. Das kann auch bestehende Betriebsrenten betreffen.

Andere Kassen kürzen schon Leistungen
Die DSV meldet ferner, dass diese Sanierungsmaßnahmen einen Beschluss der Vertreterversammlung erfordern; zudem muss auch die Bafin zustimmen. Die Pensionskasse geht nach eigenen Angaben davon aus, dass sie Ende des Jahres ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen kann. Dann sei auch klar, wie weit jeder einzelne Versicherte betroffen ist.

Die DSV ist nicht die einzige Pensionskasse, die in in Not geraten ist. Die Pensionskasse der Caritas und die mit ihr verbundene Kölner Pensionskasse müssen ihren Versicherten schon die Leistungen kürzen. Insgesamt stehen 31 betriebliche Vorsorgeeinrichtungen unter Beobachung der Bafin. (jb)