Die Deutsche Steuerberater-Versicherung, Pensionskasse des steuerberatenden Berufs VVaG (DSV) steckt bekanntermaßen in großen finanziellen Schwierigkeiten. Die sind offenbar derart existenziell, dass das Vorsorgewerk eine Anleihe nicht mehr bedienen kann. In einer Ad-hoc-Presseaussendung wird mitgeteilt, dass die am 17. September fälligen Zinsen für eine von der DSV begebene nachrangige Inhaberschuldverschreibung vorläufig nicht gezahlt werden. Gleichzeitig prüfen die Gläubiger, ob sie einer Änderung der Anleihebedingungen zustimmen sollten, mit der sie auf die Zahlung verzichten.

Die Ursache für die Ankündigung ist der schon länger bekannte Fehlbetrag in Höhe von 158 Millionen Euro in der Bilanz für 2018. Daher sind auch die Eigenmittel der Pensionskasse aufgebraucht, sodass sie die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestkapitalanforderungen nicht mehr erfüllt.

Nun ist die Vorsorgekasse der Auffassung, dass die ausgegeben Nachranganleihen dazu genutzt werden können, um diesen Fehlbetrag auszugleichen. Daher verhandelt sie derzeit mit den Gläubigern über eine Änderung der Anleihebedingungen, genauer Paragraf 3, der die Zinszahlungen betrifft. Diesen Passus möchte die Kasse aufheben, dem die Anleiheinvestoren aber erst nach Vorlage und Prüfung bestimmter Unterlagen zustimmen wollen, (jb)