Produktentwickler bei Versicherern müssen sich immer wieder Neues einfallen lassen, um die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden bedienen zu können. Einige setzen dabei verstärkt auf die Mithilfe ihrer Kunden. Das Konzept, potenzielle Abnehmer vorab zu befragen, ist definitiv nicht neu, im digitalen Zeitalter kommt es aber in einem leicht anderen Gewand daher und hat einen neuen Namen: "Design Thinking" sowie "Scrum". Zumindest bezeichnen die Entwickler der Talanx ihren Ansatz laut der "Frankfurt Allgemeinen Zeitung" (FAZ) so. Ein Konzept für ein Altersvorsorgeprodukt ist dabei auch herausgekommen. 

Das "Design Thinking" genannte Konzept der Kundenbefragung hat ein Team der Talanx genutzt, um herauszufinden, was sich die Zielgruppe von Personen zwischen 20 und 40 Jahren von einem Altersvorsorgeprodukt wünscht. Das Ergebnis: Die Personen verlangen nach Flexibilität. Zudem halten sie von der Verrechnung der Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre nicht viel – eine jährliche vermögensabhängige Gebühr wie bei einem Fonds kommt besser an. 

Wunschprodukt: ETFs mit Deckungsstock
Renditen sind offenbar zweitrangig, Beweglichkeit hat Priorität. Das Produkt, das dabei herauskommt, wenn sich Kunden Sicherheit und Flexibilität wünschen, ist jedenfalls laut der Zeitung ein Mischfonds aus kostengünstigen Indexfonds (ETF) und einem klassischen Versicherungs-Deckungsstock, der aber weniger langfristig anlegt und somit einige Prozentpunkte an Rendite liegen lässt.

Daneben hat das Team von Talanx auch herausgefunden, dass diese Zielgruppe Transparenz über das Ersparte wünscht. Also haben die Talanx-Entwickler eine digitale Plattform für einen Überblick über Ansprüche aus gesetzlicher und privater Rente aufgebaut und über Facebook und Linkedin beworben. Immerhin 4.000 Interessen haben sich der Plattform angeschlossen. Ähnlich ist die Allianz beim Test für zwei online abschließbare Altersvorsorgeprodukte vorgegangen: Der Branchenprimus hat mithilfe zweier Webseiten das Interesse von Kunden ausgelotet. (jb)