Mitte September war es wieder einmal so weit. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) hatten Verhandlungen für neue Tarife der rund 170.000 Beschäftigten im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft begonnen. Die Gewerkschaft forderte damals eine Gehaltssteigerung um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der AGV hat andere Vorstellungen.

Das zeigt die zweite Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten, die am Mittwoch (30. Oktober) ohne Ergebnis endete. Die Arbeitgeber bieten laut einer Mitteilung nach fünf Nullmonaten in drei Schritten ein Plus von jeweils 1,7 Prozent, 1,2 Prozent und 1,1 Prozent bei einer Laufzeit von 34 Monaten an. Umgerechnet auf die Laufzeit bedeutet dieses Angebot eine Erhöhung von durchschnittlich 1,18 Prozent pro Jahr für die Beschäftigten, so die Gewerkschaft – und das ist ihr zu wenig: "Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht verhandlungsfähig und deutlich zu gering", betont Verdi-Verhandlungsführerin Martina Grundler.

Die Gewerkschaft fordert neben mehr Geld zudem neue Wahlmöglichkeit der Beschäftigten bei der Arbeitszeit. Sie sollen künftig Tariferhöhungen in zusätzliche freie Tage umwandeln können. Daneben stehen in dieser Tarifrunde für Verdi die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und ein Rückkehrrecht auf Vollzeit für die heute tätigen Teilzeitbeschäftigten, die nicht unter die neue Brückenteilzeit fallen, auf der Agenda. (jb)