32 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland planen, früher in Rente zu gehen. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov unter 2.000 berufstätigen Bundesbürgern ab 18 Jahren im Auftrag von Fidelity International.

Bei der Frage nach der Finanzierung des Vorhabens kommen verschiedene Strategien zum Einsatz, mitunter auch kombiniert. Knapp die Hälfte der Befragten mit der Absicht, vorzeitig in Rente zu gehen, zahlt laut Umfrage regelmäßig einen Teil des Gehalts in eine private Altersvorsorge ein. Eine betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber (bAV) nutzen unterdessen 36 Prozent. Etwas weniger, nämlich 32 Prozent, setzen auf ein Sparkonto.

Zeitwertkonten weitgehend unbekannt
Nur sieben Prozent der Befragten nutzen für den früheren Ruhestand ein sogenanntes Zeitwertkonto. Solche Modelle bieten die Möglichkeit, ein Wertguthaben für Freistellungen über einen längeren Zeitraum anzusparen. Angestellte können einen fixen Teil ihres Gehalts sowie Überstunden oder nicht in Anspruch genommene Urlaubstage in das Zeitwertkonto einzahlen, um damit zum Beispiel einen früheren Renteneintritt zu finanzieren.

Insgesamt sind derartige Konzepte vielen noch unbekannt: Nur 28 Prozent der Befragten konnten mit dem Begriff "Zeitwertkonto" etwas anfangen. Dabei böten solche Modelle auch Arbeitgebern Chancen, meint Christof Quiring, Leiter Workplace Investing bei Fidelity in Deutschland: "Die Bedürfnisse jüngerer Generationen haben sich stark in Richtung größerer Flexibilität entwickelt. Wer als Arbeitgeber Talente anziehen will, muss sich auf diese veränderten Lebenswelten einstellen", sagt er. Das Zeitwertkonto eigne sich ideal, um die gewünschte Flexibilität finanziell realisieren zu können. "Diese Option muss allerdings bekannt gemacht und kommuniziert werden", sagt Quiring. "An diesem Punkt gibt es eindeutig noch Nachholbedarf, wie unsere Umfrage zeigt." (fp)