Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich mehr staatliche Förderung für die private Altersvorsorge. Das geht aus einer Befragung unter 2.000 Personen hervor, die im Rahmen des aktuellen Altersvorsorge-Index des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) durchgeführt wurde. "Die Deutschen wissen, dass die Aussichten auf eine ausreichende gesetzliche Rente schlechter werden und wollen deshalb eigenverantwortlich vorsorgen", sagt Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA. Im Gegenzug erwarten die Befragten gerade angesichts zunehmender Strafzinsen selbst auf herkömmliche Guthaben und anziehender Inflation vermehrt staatliche Anreize.

Für 94,3 Prozent der Befragten ist eine Leistungsgarantie wichtig oder sehr wichtig. Zugleich wünschen sich 83 Prozent hohe Renditen. Diesen Zielmix beurteilt Heuser als problematisch: "Maximale Sicherheit bei zugleich hoher Rendite geht nicht." Und weil das den Bürgern durchaus klar sei, wünschen sich 81,2 Prozent eine staatliche Förderung. Dabei zeigt sich ein interessanter Unterschied: Während 57,3 Prozent der Frauen eine staatliche Förderung für sichere Anlagen wie die Riester-Rente möchten, setzen 56,1 Prozent der Männer auf staatlich gefördertes Aktiensparen.

Politik gefordert
Helge Lach, Vorstand des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV) sieht die neue Regierung in der Pflicht: "Das Riester-Sparen deckt die Präferenzen der Bürger sehr gut ab", sagt er. "Anstatt Riester weiter kaputtzureden, wäre eine Reform wünschenswert." Auch die Verbreitung der aktienbasierten Altersvorsorge könnte die neue Regierung beschleunigen. Lachs Vorschlag: Ein Steuerfreibetrag auf Kursgewinne und einbehaltene Dividenden, der etwa ab dem 60. Lebensjahr einmalig geltend gemacht werden kann. (fp)