Das Vergleichsportal Verivox hat vor dem Landgericht Heidelberg einen Prozess gegen die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) verloren. Das Gericht folgte der Klage der Verbraucherschützer und entschied, dass die ebenfalls in Heidelberg ansässige Gesellschaft bei einem Vergleich von Privathaftpflichtversicherungen gegen das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verstoßen hatte. Das Urteil vom 6. März (Az. 6 O 7/19) ist aber noch nicht rechtskräftig.

Verivox hatte einer Pressemitteilung des VZBV unterschlagen, dass die Auswahl der dargebotenen Tarife nicht alle am Markt erhältlichen und sämtliche Versicherer umfasste. Nach dem VVG  müssen Versicherungsvermittler, zu denen das Vergleichsportal zählt, aber Kunden ausdrücklich auf eine eingeschränkte Versicherer- und Vertragsauswahl hinweisen. Außerdem müssen sie mitteilen, auf welcher Markt- und Informationsgrundlage sie ihre Leistung erbringen.

Kaum erkennbare Hinweise
"Ob ein Versicherungsvergleich wirklich zu den besten Angeboten führt, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Anbieter und Tarife einbezogen sind", sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim VZBV. "Deckt der Vergleich nicht einmal die Hälfte des Marktes ab, sind Kunden vor Vertragsabschluss klar und deutlich über diese wesentliche Einschränkung zu informieren."

Nach Auffassung des VZBV war es für Verbraucher kaum erkennbar, dass die Verivox-Empfehlungen auf einer eingeschränkten Marktauswahl basierten. Die Internetseiten enthielten zwar eine Liste, in der neben den teilnehmenden Versicherern auch nicht teilnehmende Gesellschaften aufgeführt waren. An anderer Stelle gab das Unternehmen an, dass es Provisionen für die Versicherungsvermittlung erhält.

Doch diese Hinweise waren hinter unscheinbaren Links mit den Titeln "Teilnehmende Gesellschaften" und "Verbraucherinformationen" versteckt. Die Links waren zudem auf der Vergleichsseite links außen am unteren Bildrand platziert. Das tadelte das Gericht auch. Außerdem rügte es, dass weitergehende Angaben über die Markt- und Informationsgrundlage des Versicherungsvergleichs, wie beispielsweise der Marktanteil der berücksichtigen Anbieter oder die Anzahl der einschlägigen Versicherungsprodukte, fehlten. (jb)