Verbraucherschützer kritisieren Mehrfachkosten bei Riester-Rentenversicherungen und fordern den Gesetzgeber auf, dagegen einzuschreiten. Dies berichten diverse Medien, darunter die Nachrichtenagentur dpa und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Anlass für die Kritik war der Fall eines Versicherten, der nach einigen Jahren die Kinderzulage erhielt. Dadurch sank sein Eigenbeitrag, auf den er Abschluss- und Vertriebskosten gezahlt hatte. 

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verlangte die Württembergische Lebensversicherung auf die Kinderzulage erneut Abschluss- und Vertriebskosten, obwohl die Gesamtsparleistung konstant blieb. Zugleich habe sie angekündigt, diese Kosten ein drittes Mal zu erheben, sobald die Zulage wegfalle und der Eigenbeitrag sich wieder erhöhe. So seien im vorliegenden Fall Vertriebskosten in Höhe von 8,5 respektive von neun Prozent der Beitragssumme statt von nur 4,5 Prozent entstanden, berichtet die FAZ.

Förderungswürdige Riester-Sparer am stärksten betroffen
"Die mehrfache Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten muss gesetzlich unterbunden werden", zitiert die dpa Dorothea Mohn, Leiterin des Finanzmarktteams beim vzbv. "Kosten dürften nur entstehen, wenn die Gesamtsparleistung der Verbraucher auch wirklich steigt", so Mohn. Die doppelte Berechnung von Abschluss- und Vertriebskosten belaste Riester-Sparer mit Kindern am stärksten, kritisiert Sandra Klug, Marktwächterin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Damit seien ausgerechnet jene Verbraucher betroffen, die vom Gesetzgeber als besonders förderungswürdig erachtet werden. 

"Wir befürchten, dass auch andere Versicherer für jede Form von Zulagenerhöhung die Abschluss- und Vertriebskosten erneut berechnen – zum Beispiel bei der jüngsten Erhöhung der Riester-Grundzulage um 21 Euro", sagt Klug. Konkrete Fälle lägen im Moment aber noch nicht vor. (am)