Mehr als 70 Prozent der Versicherungsvermittler wünschen sich eine bessere Unterstützung durch digitalisierte Prozesse ihrer Produktgeber. Die am häufigsten genannten Probleme sind Medienbrüche im Antragsprozess, der digitale Datenaustausch mit Versicherern oder zwischen Versicherer und Vermittler sowie Hürden beim Zugang zu Portalen. Das ist eines der Ergebnisse der "Digitization Study" der auf die Versicherungsbranche spezialisierten Managementberatung EY Innovalue, die dafür 70 Vermittler und 3.000 Endkunden befragte.

"Weniger administrative Tätigkeiten und mehr vertrieblicher Support sind die klaren und nachvollziehbaren Erwartungen der Vermittler an die Digitalisierungsinitiativen der Produktgeber", kommentiert Tobias Schulz, Director bei EY Innovalue das Resultat. "Allerdings ist es mit der reinen Bereitstellung von Lösungen nicht getan. Die Versicherer müssen die Vermittler intensiver bei deren Einsatz begleiten. Dies gilt insbesondere für das digital unterstützte Beratungsgespräch."

Kunden befinden Online-Beratung für gut
Die Umfrage förderte ferner zutage, dass die meisten Vermittler ihr eigenes digitales Angebot als ausreichend einschätzen. Durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen konnten klassische Beratungstermine nur eingeschränkt stattfinden. Deshalb haben 62 Prozent der befragten Vermittler neue digitale Beratungsformen eingeführt. Vor allem Videoberatung (47%), Live-Chats (22%) und "Co-Browsing" via Telefon (13%) waren hier die beliebtesten Optionen. Insgesamt geben 81 Prozent der Vermittler an, zufrieden mit Ihrem digitalen Angebot zu sein.

Trotz der Einführung neuer Tools finden aber nur 15 Prozent der Beratungsgespräche über Onlinekanäle statt. Der Vergleich zwischen Kunden und Vermittler hinsichtlich ihrer Einstellung zu Online- oder Offline-Beratung zeigt, dass die Kunden die Online-Beratung signifikant positiver einschätzen als die Vermittler. 54 Prozent der Kunden empfinden Online-Beratung als gleich gut im Vergleich zu Offline, 16 Prozent finden Online sogar besser bis viel besser. Die Vermittler sind dahingegen deutlich zurückhaltender. Über die Hälfte (55 Prozent) schätzt die Beratung als schlechter ein, 41 Prozent als gleichwertig und nur drei Prozent halten den Prozess für eine bessere Alternative. (jb)