Besser ist immer noch nicht gut genug: Weitere deutsche Lebensversicherer haben die jährlichen Standmitteilungen erneut verständlicher gestaltet, mit denen sie seit 2018 gesetzlich dazu verpflichtet wurden, Kunden klassischer Policen über den Wert ihres Vertrages und die zu erwartenden Leistungen zu informieren. Dennoch erhalten immer noch nicht alle Verbraucher einen wirklich transparenten und für sie nachvollziehbaren Überblick über ihre Leistungen aus einer Police. Mmanche Mitteilungen sind stattdessen mit Überflüssigem überfrachtet. Das geht aus der aktuellen Transparenzstudie von Policen Direkt zu den Infobriefen hervor.

Die Gesellschaft, die Klassik-Policen aufkauft und daher die Standmitteilungen analysiert, hat für die Erfüllung der gesetzlichen Standards sowie einiger Boni jeweils Punkte vergeben. In der Gesamtschau hatte die Concordia Oeco Leben wie im vergangenen Jahr die Nase vorn. Diese erstellt also in Summe die transparentesten und verständlichsten Standmitteilungen. Auch die Öffentliche Leben Sachsen-Anhalt und die Provinzial Leben erfüllen die Vorgaben sehr gut. 

Fast alle Lebensversicherer erfüllen Vorgaben des VVG
Laut Policen Direkt haben in der aktuellen Auswertung 70 von 74 untersuchten Gesellschaften die gesetzlichen Anforderungen gemäß Paragraf 155 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vollständig erfüllt. Der Passus des VVG schreibt vor, dass Versicherungsnehmer informiert werden, wie hoch ihre Überschussbeteiligungen sind und wie viel Geld sie zum Ende der Vertragslaufzeit erwarten können. 2021 hatten das nur 66 Anbieter geschafft. 

Dabei bedeutet laut Henning Kühl, Leitender Aktuar von Policen Direkt, "mehr nicht automatisch besser. Die Überschussmitteilungen dürfen auch nicht mit Informationen überladen werden. Je mehr Informationen ein Dokument enthält, desto schwieriger ist es oft, diese zu verstehen." So haben einige Versicherer teils aufwändige und umfangreiche Infobriefe gestaltet, die allerdings nicht immer einen Mehrwert an Erkenntnis und Durchblick für Kunden bringen.

20 Versicherer informieren umfassend
56 Gesellschaften (49 im Vorjahr) informieren ferner ihre Kunden, wie hoch ihre Beteiligung an den Bewertungsreserven ist. Entsprechende Vorgaben hat die Finanzaufsicht Bafin in einem Rundschreiben von 2016 gemacht. Für die Erfüllung all dieser gesetzlichen Mindeststandards hat Policen Direkt insgesamt maximal 87 Punkte vergeben. Bonuspunkte gab es zudem  für weitere sinnvolle Angaben wie etwa zum Wert von Zusatzversicherungen zum Stichtag oder den laufenden Vertragskosten. (jb)