Mit der Übernahme des auf Gewerbeversicherungen und Dienstleistungen für das Versicherungsmanagement spezialisierten Unternehmen Läpple Versicherungsmakler aus dem Raum Stuttgart hat Policen Direkt nun eine dritte Maklerfirma gekauft. Zuvor waren bereits die Allgemeine Versicherungsmakler und Wirtschaftsberatung (AVW) in Fellbach und Benefit aus Limburg gekauft worden.

Die Geschäftsführung bei Läpple übernimmt Marcel Knauß, der auch Geschäftsführer der AVW ist, die ebenfalls in Fellbach ihren Standort hat. "Die Läpple Versicherungsmakler GmbH pflegt langfristige und vertrauensvolle Partnerschaften", erläutert Ernesto Knein, Geschäftsführer der Policen Direkt Beteiligungs GmbH. Deshalb passe sie perfekt zur Policen-Direkt-Maklergruppe, für die ebenfalls dauerhaftes Kundenvertrauen im Mittelpunkt stehe. Man wolle die Kundenbeziehungen nachhaltig, serviceorientiert und gewinnbringend fortsetzen.

Kunden und Mitarbeiter beim Share Deal übernommen
Im Zuge des Share Deals wurde das gesamte Unternehmen inklusive aller Mitarbeiter übernommen. "Ein Rentenmodell zur reinen Übernahme der Bestände kommt hier nicht zur Anwendung", so ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE. "Die Kunden werden weiterhin offline betreut, die Ansprechpartner vor Ort in Fellbach bleiben die gleichen", ergänzt er. Zusätzlich würden mit Abschluss der Integration den Kunden optional Online-Services angeboten wie die Bedarfsanalyse, Versicherungsvergleiche und die digitale Versicherungsakte.

"Policen Direkt wird meinen hohen Anforderungen an einen Nachfolger gerecht", sagte Firmengründer Henry Läpple, der den Übergang "aktiv mitgestalten" wird. Er begrüße, dass seinen bisherigen Mitarbeitern langfristige Perspektiven eröffnet wurden. Läpple gibt seine 34d-Zulassung nicht ab. "Wir haben mit ihm eine individuelle Vereinbarung getroffen, da er auch im Neugeschäft und in der Kundenakquise aktiv bleiben will", so der Sprecher auf Nachfrage.

Policen Direkt baut bundesweite Maklergruppe auf
Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Doch spannender ist die Frage: Welche Geschäftsidee verfolgt Policen Direkt langfristig mit solchen aufgekauften Beständen, wo man doch in der Vergangenheit eher als Aufkäufer von "gebrauchten" Lebensversicherungen in Erscheinung getreten war? "Unser Ziel ist es, weitere Maklerfirmen zu übernehmen und weiterzuführen, um eine deutschlandweite Maklergruppe aufzubauen", erklärt der Sprecher.

"Wir erhalten die übernommenen Maklerunternehmen mit allen Mitarbeitern und führen mehrere digitale Tools und Prozesse ein", umreißt der Sprecher die Geschäftsidee. Ziel sei es, den Maklern vor Ort mehr Zeit für den Kunden zu geben und von administrativen Prozessen zu entlasten. Zeitgleich will man die Kundenzufriedenheit steigern, indem neben den klassischen Offline-Beratungsleistungen spezielle Online-Services angeboten werden.

Alternative: Maklerrente für übernommene Bestände
Policen Direkt verwaltet nach eigenen Angaben Versicherungsverträge mit einem Gesamtvolumen von über einer Milliarde Euro. Die Gruppe übernimmt Versicherungsbestände und Maklerunternehmen in Nachfolgesituationen und betreut die Kunden on- und offline.

Erst 2018 war das Angebot in der Bestandsnachfolge für Versicherungsmakler (Asset Deal) um eine "Maklerrente" erweitert worden. Dabei erhält der abgebende Makler nicht den vollen Bestandswert auf einmal, sondern entweder 100 Prozent seiner Bestandscourtage über fünf Jahre und danach lebenslang 90 Prozent als monatliche Rente. Oder lebenslang 90 Prozent, die im Todesfall der Erbe weitergezahlt bekommt, jeweils abzüglich durchschnittlich zwölf Prozent Kosten. Auf der Plattform Maklerkauf.de können sich Makler, die Nachfolger für ihren Bestand beziehungsweise Betrieb suchen, über die Optionen informieren. (dpo)