"Zugpferde" sorgen bei der DZ Bank für Milliardengewinn
Union Investment und R+V Versicherung bescheren der DZ Bank Gruppe ein starkes erstes Halbjahr. Nach einem deutlichen Gewinnplus hebt das genossenschaftliche Spitzeninstitut seine Jahresprognose kräftig an.
Die DZ Bank Gruppe hat im ersten Halbjahr rund 2,5 Milliarden Euro verdient. Einmal mehr konnte sich das genossenschaftliche Spitzeninstitut auf seine "Zugpferde" Union Investment und R+V Versicherung verlassen.
Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 2,52 Milliarden Euro, verglichen mit 2,13 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung am Dienstag (25.8.) hieß. Für 2026 erhöhte die Gruppe ihre Prognose auf 3,5 bis 4,0 Milliarden Euro. Im März hatte sie noch von rund 3,0 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern gesprochen.
R+V steuert mehr als eine Milliarde Euro bei
Einen wesentlichen Anteil am Halbjahresergebnis hatte die R+V Versicherung, getragen von gestiegenen Beiträgen und einem weiterhin niedrigen Schadenverlauf in der Sach- und Rückversicherung. Der Gewinn lag bei 1,18 Milliarden Euro.
Auch Union Investment trug maßgeblich zum Ergebnis bei. Unterstützt durch die Marktentwicklung stiegen sowohl volumen- als auch erfolgsabhängige Ertragskomponenten. Der Asset Manager erwirtschaftete 889 Millionen Euro.
Vor allem die "sehr gute wirtschaftliche Entwicklung" bei der R+V Versicherung und Union Investment im ersten Halbjahr habe "zusätzlich Rückenwind" gegeben, sagte DZ-Bank-Chef Cornelius Riese.
VR Smart Finanz schreibt Verlust
Es gab auch Schwachpunkte in der Bilanz. VR Smart Finanz, der Spezialist für gewerbliche Finanzierungslösungen, fuhr einen Verlust von 24 Millionen Euro ein. Eine gestiegene Risikovorsorge infolge "des hohen Insolvenzgeschehens bei Kleinstunternehmen" wirkte sich ergebnismindernd aus, erklärte die DZ Bank.
Der Konsumentenfinanzierer Teambank hatte ebenfalls mit Problemen zu kämpfen, schaffte es mit einem Gewinn von einer Million Euro aber noch knapp in den grünen Bereich. "Das Konsumentenumfeld steht sehr stark unter Druck", sagte Riese. Das sehe man weiterhin bei allen Indikatoren. "Die Teambank befindet sich natürlich nicht auf dem Niveau, auf der wir sie dauerhaft sehen wollen."
Beiträge für Sicherungseinrichtung fast verdoppelt
Deutlich gestiegen sind unterdessen die Belastungen durch Stützungsfälle innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Die Beiträge der DZ Bank Gruppe samt Töchtern zum Garantiefonds der Sicherungseinrichtung belaufen sich in diesem Jahr auf 117 Millionen Euro, nach 63 Millionen Euro im Vorjahr, wie Riese bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen erklärte. In der jüngeren Vergangenheit mussten mehrere Genossenschaftsbanken von der Sicherungseinrichtung gestützt werden.
Fast auf den Tag genau zehn Jahre liegt die Fusion von DZ Bank und WGZ Bank zu einer genossenschaftlichen Zentralbank zurück. Sie ist seitdem dynamisch gewachsen und hat ihre Geschäfte im Firmenkundenbereich, im Kapitalmarkt sowie im Transaction Banking ausgebaut. (mb/Bloomberg)




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