Ende vergangener Woche hieß es in München: "O’zapft is" – sodass das Oktoberfest nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause wieder beginnen konnte. Rechtzeitig zum Festauftakt hat auch die Versicherungsgruppe die Bayerische zusammen mit der Düsseldorfer Situative GmbH eine spezielle "Wiesn-Versicherung" gestartet. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die Kurzzeit-Unfallversicherung "Wiesn-Schutz" soll Festbesucher auf Tagesbasis bei Schadenereignissen absichern. 

Die Police deckt laut Mitteilung bis maximal 50.000 Euro die Aufwendungen für die Behandlung von Unfällen beim Besuch des Münchener Oktoberfests ab, die zu bleibenden Schäden führen. Dazu gehören auch Unfallfolgen nach Alkoholgenuss und unfallbedingte kosmetische Operationen, letztere aber nur bis 10.000 Euro. Beglichen werden ferner Kosten für einen medizinisch bedingten Krankenrücktransport im Inland sowie Kosten für Ersatzdokumente wie Ausweis und Bankkarte. Die Versicherung kostet 5,99 Euro pro Tag. Sie kann jederzeit während der Dauer der "Wiesn" abgeschlossen werden. Die Mindestlaufzeit ist 24 Stunden, der Vertrag endet nach Ablauf des gewünschten Zeitraumes, maximal am Ende des Oktoberfests, automatisch.

Bekanntes Produkt – bekannte Kritik
Solche "Wiesn-Policen" gab es bereits in der Vergangenheit – inklusive Kritik an ihnen. Schon vor Jahren bemängelte die Stiftung Warentest, dass sie lückenhaft seien. So betrug die maximale Versicherungssumme auch in der Vergangenheit nur 50.000 Euro, was nach Ansicht der Tester für eine langfristige medizinische Versorgung nicht ausreichte und sicher immer noch nicht ausreicht. Außerdem sei die Versicherung vergleichsweise teuer: Für vier Tage muss ein Besucher 23,96 Euro zahlen. Gute Unfallversicherungen gibt es aber schon ab 105 Euro – im Jahr.

Allerdings scheint die Bayerische das Angebot selbst nicht ganz erst zu nehmen. In der Pressemitteilung betitelt die Gesellschaft die Police als "Die wohl sinnvollste überflüssige Versicherung Deutschlands". Zudem kündigt sie an, sämtliche Einnahmen der Oktoberfest-Versicherung am Ende großzügig aufzurunden und den Betrag der "Tafel Deutschland" spenden zu wollen. (jb)