Peter Stockhorst, der neue Chef des zum Zurich-Konzern gehörenden Direktversicherers DA Direkt, hat zu viel zu tun. Er muss die Absatzschwäche der Gesellschaft stoppen – 2017 erzielte die Gesellschaft Einnahmen von 304 Millionen Euro, 2015 waren es noch 36 Millionen Euro mehr gewesen. Dafür setzt er auf eine Online-Offensive, die sich auch gegen Vergleichsportale richtet, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. Zudem wird er den Außendienst der DA abschaffen – Zweigstellen und Filialen sind ohnehin untypisch für einen Direktversicherer, der Policen übers Telefon und das Internet verkauft.

Der DA Direkt-Chef, der bereits bei der Generali und der Ergo arbeitete, will vor allem den Online-Verkauf ankurbeln, wie die Zeitung ausführt. Vertragsabschlüsse über das Vergleichsportal Check24 seien weiter möglich, sollen aber nur eine Nebenrolle spielen. Stockhorst möchte die meisten neuen Kunden via forciertem Onlinemarketing, speziell mittels Google-Werbung, über die Internetseite von DA gewinnen.

Fillial-Mitarbeiter sollen ins Home Office
Die Herausforderung ist nicht eben klein. DA muss dafür zu einer bekannten Marke werden, einem "Brand", an die sich Versicherungssuchende automatisch wenden. Check24 hat das mit viel Werbung und damit einhergehenden hohen Kosten geschafft. Zu den Direktversicherern, denen das ebenfalls gelang, zählt die SZ HUK24 und Cosmos Direkt – eine von Stockhorsts Karrierestationen. Ferner will der Versicherungschef die Kunden laut der SZ mit einem neuen Online-Portal und sogenannten One-Click-Services überzeugen. Sie sollen nicht nur über die Internetseite von DA Direkt Verträge abschließen, sondern ihre Versicherungen über das neue Portal auch anpassen können.

Dagegen werden die 34 Büros von DA Direkt bis Ende des Jahres geschlossen. Die dort beschäftigten rund 80 Mitarbeiter sollen im Home Office Kunden am Telefon beraten. Der Clou: Bei DA Direkt bleiben Kunden damit die persönlichen Ansprechpartner erhalten. (jb)