Versicherungen stehen dem technischen Einfallsreichtum der Banken in nichts nach, sagt Mario Greco, Konzernchef der Zurich Versicherung. Im Gegenteil: Im Interview mit der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) verriet Greco, dass er Versicherungen sogar für weitaus innovativer und fortschrittlicher hält als die Bankenbranche. Das mache es für ihn auch leichter, Mitarbeiter zu rekrutieren, betont er. Seine Begründung: Versicherungen müssen innovativ sein, weil Kunden schlichtweg mehr Service von ihnen fordern. Banken seien dagegen eher auf das Abwickeln von Transaktionen fokussiert. 

Für seine These nennt Greco Beispiele: Früher dauerten Schadensinspektionen nach einer Umweltkatastrophe Wochen und Monate. Inzwischen sei der Prozess beschleunigt, indem Drohnen den Schaden abklären. Diese Methode hat die Zurich etwa im vergangenen Jahr bei den Waldbränden in Kalifornien und den Überschwemmungen in Texas eingesetzt. Auch bei der Risikoberechnung setzen Versicherungen auf moderne Technik. So können sie Versicherte etwa vor einem Rohrbruch warnen, indem sie Messgeräte für den Wasserdruck in den Hausrohren installieren.

Allfinanz nicht sinnvoll
Greco hat in dem Interview indes auch betont: Er habe nichts gegen Kooperationen zwischen Banken und Versicherern einzuwenden. Allerdings hält er es nicht für sinnvoll, wenn Versicherer Bankgeschäfte betreiben oder umgekehrt. Dem Allfinanz-Gedanken kann er also wenig abgewinnen. Denn das sei viel zu teuer und seit der Finanzkrise ohnehin stärker reguliert. (fp)