FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
zes. Wir haben Obergrenzen je Einzel- titel und achten auf Korrelationen im Portfolio. Zweitens durch die bereits erwähnte Fokussierung auf Governance und Managementqualität. Gute Mana- ger sind in der Lage, sich auch an ein schwieriges Umfeld anzupassen. Darüber hinaus nutzen wir selektiv Derivate, wenn es sinnvoll ist, um bestimmte Makro- risiken zu dämpfen, ohne unseren Stock- picking-Kern zu verwässern. WasvermeidenSiebewusst? Was wir explizit nicht tun: aus Angst vor jedem potenziellen Risiko nur noch Indexnähe zu suchen. Unser Auftrag ist es, über den Zyklus hinweg Mehrwert ]X VFKDȬHQ 'DV JHOLQJW QXU ZHQQ PDQ bewusst Position bezieht. LassenSieunsüberBranchenthemenspre- chen: Alken Asset Management bietet bis- langkeineaktivenETFsan. PlanenSie, Ihre Strategienauch inETF-Formanzubieten? Strukturell beobachten wir das natürlich sehr genau. Bisher konzentrieren wir uns aber auf unsere UCITS-Fonds und das, was wir am besten können: Das ist akti- ves Stockpicking mit hoher Überzeugung. Die Frage, ob man eine Strategie zusätz- lich in einem aktiven ETF anbietet, ist in erster Linie ein Vertriebs- und Plattform- thema, nicht eine Frage der Investmentdis- ziplin. Unser Mehrwert entsteht nicht aus dem Vehikel, sondern aus unseren Invest- mententscheidungen. Wenn sich regula- torische Rahmenbedingungen und Nach- frage so entwickeln, dass eine ETF-Hülle sinnvoll ist, werden wir das prüfen. Aber sie ersetzt nicht unsere eigentliche Arbeit im Portfolio. AberwiereagierenSieaufdenKostendruck durchextremgünstigeaktiveETFsmitTERs zumTeil unter 0,2 Prozent? Müssen klassi- sche UCITS-Fondswie Ihrer ihre Gebühren anpassen? Gebührenmüssen zur gelieferten Leistung passen. Das gilt für ETFs genauso wie für herkömmliche aktive Fonds. Ein extrem günstiger aktiver ETF ist für den Anleger nur dann ein Vorteil, wenn er langfristig auch Mehrwert gegenüber der Bench- PDUN VFKDȬW :LU ZLVVHQ GDVV ZLU XQV LQ einem kompetitiven Markt messen lassen müssen. Und wir sind bereit, über faire und transparente Gebührenmodelle zu sprechen. Investoren sollten aber nicht nur auf die TER schauen, sondern auf die Nettowertschöpfung nach Kosten über den Zyklus hinweg. Unser Anspruch ist es, auch nach Gebühren deutlich über der Benchmark zu liegen. Das ist es, woran wir gemessen werden möchten. ZumSchlussnochgefragt:WelcheRollewird künstlicheIntelligenzimFondsmanagement spielen? Und bleibt menschliches Urteils- vermögeneinunverzichtbarerFaktor? ., ZLUG VHKU YLHOH 3UR]HVVH Hȯ]LHQWHU machen. Dazu gehören unter anderemdie Datenauswertung und die Erkennung von Mustern, eventuell auch bestimmte Teile der Risikoanalyse. Aber sie wird nicht ersetzen, was wir als Kern unserer Arbeit sehen: das qualitative Urteil über Manage- mentteams, Governance, politische Rah- menbedingungen und Branchenbrüche. Eine Maschine kann unzählige Bilanzen in Sekunden scannen. Aber sie kann kein Gespräch mit einem neuen CEO führen und intuitiv spüren, ob jemand wirklich einen Turnaround liefern kann. VielenDank für dasGespräch. HANS HEUSER FP KURZ-V I TA : Nicolas Walewski Seine Laufbahn in der Fondsindustrie begonnen hat NicolasWalewski bereits 1993 als Portfoliomanager bei Crédit Lyonnais. 1998wechselte er zur Banque Syz, wo er die Verantwortung für den Oyster European Opportunities Fund übernahm. ImJuli 2005 gründete er in Londonmit Alken Asset Management seine eigene Fondsboutique. » Künstliche Intelligenz kann kein Gespräch mit dem neuen CEO eines Unternehmens führen und intuitiv spüren, ob jemand wirklich einen Turnaround liefern wird. « Nicolas Walewski, Alken Asset Management MARKT & STRATEGIE Nicolas Walewski | Alken Asset Management 218 fondsprofessionell.de 1/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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