FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
auf das neue Bewertungsniveau einzulas- sen. Die Nullzinsphase war doch recht lang und wirkt entsprechend nach. Durch die neue Situation, in der es wieder ein Zinsangebot gibt, müssen die Cap Rates angepasst, die Finanzierungen neu justiert XQG GLH &DVKijRZV QHX EHZHUWHW ZHUGHQ Das macht den Bestandshaltern natürlich ZHQLJ 6SDĕ )DPLO\ 2ȯFHV GDV NDQQ LFK bestätigen, sind dem zugewandter. Inso- fern ist es sehr spannend am Markt zu sehen, wie sich die Investoren positionie- ren. Wir gehören zu den Mutigen und haben aktuell ein Büroinvestment in Ber- lin mit einer erprobten Lage am Start. Welther: AuswelchemJahrstammtdieaktu- elleFinanzierung? Brand: Die Immobilie ist aus dem Jahr 2011, die Finanzierung haben wir 2025 neu aufgesetzt. Wir müssen also keine Zinsschocks kompensieren. Zum Thema Wohnen möchte ich noch ergänzen: Man muss Ruhe mitbringen, um Entscheidun- JHQ ]X WUHȬHQ :LU KDEHQ LQ GHQ YHUJDQ - genen drei Jahren nicht investiert, sehen jetzt aber Opportunitäten, wobei unser Fokus eher auf demBestandsbereich liegt. (V ljQGHW YLHO ]X ZHQLJ 1HXEDX VWDWW XQG insofern positionieren wir uns aktuell bei Bestandsimmobilien, auch wenn sie revi- talisiert und energetisch angepasst werden müssen. Alexander Endlweber (FONDS professionell): Viele meinen, dass US-Präsident Donald Trump ein Stimmungskiller ist. Sehen Sie dasauchso? Brand: Es ist unklar, ob die Käufer tatsäch- lich wegen Donald Trump zurückhalten- der sind. Seine Präsidentschaft ist auch nur ein vorübergehendes Phänomen. Haug: Wobei man schon sagen muss, dass der Institutionelle, der in den Vereinigten Staaten beheimatet ist, für den US-Immo- ELOLHQPDUNW YLHO RȬHQHU LVW DOV ZLU GDV KLHU in Europa sind. Die Amerikaner fühlen sich mit ihrem Immobilienmarkt woh- ler, als wir das hier von Deutschland aus wahrnehmen. Krause: Die Europäer diskutieren mehr über die USA und Herrn Trump als die Amerikaner selbst. Es ist aber nicht so, dass sie alles widerspruchslos hinnehmen. Endlweber: Sie haben die Researchberichte bestätigt, wonach die Preisvorstellungen von Verkäufern und Käufern immer noch weit auseinanderliegen.Auchheißt es, dass Value-Add-Objekte trotz Preiskorrekturen fürKäufer immernochzu teuer seinsollen. Wasmussalsopassieren, damitdieserGap überwundenwird und die Transaktionen in Bewegungkommen? Brand: Die Herausforderungen der letzten Jahre sind nicht spurlos am Markt vor- übergegangen. Es gab hier und da einen starken Vertrauensverlust, und diesen aufzufangen, ist schwierig. Es geht aber nicht nur um die Immobilien, sondern auch um die Finanzierungen. Denn auch die Banken sind ja deutlich restriktiver unterwegs. Die Covenants verändern sich, und ich kann mir vorstellen, dass es nicht mehr ganz so einfach sein wird, eine Finanzierung für Projekte aufzubauen, wenn die Qualität nicht stimmt. Welther: Herr Baran, wo sehen Sie denn Gestaltungsmöglichkeiten, Finanzierungen und Investmentstrukturierungendochnoch darstellenzukönnen? Baran: Man benötigt ein klares Bild vom Objekt und einen klaren Plan. Sie spra- chen gerade von einemVertrauensverlust, das ist bei den Banken nicht anders. Die Banken brauchen klar aufgezeigte Wege, mit denen sie rechnen können. Wir sind schon in der Lage, über den Kapitaldienst 222 fondsprofessionell.de 1/2026 SACHWERTE Immobilieninvestmentmarkt FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL » Trumps Präsidentschaft ist auch nur ein vorüber- gehendes Phänomen. « Hans Henning Brand, Paribus Hans Henning Brand ist Geschäftsführer bei Paribus, einemAsset Manager mit Schwerpunkt Büro- und Wohnimmobilien. Paribus übernahm in den vergangenen Jahren zahlreiche Fonds anderer Emittenten in die Verwaltung, zuletzt rund 140 Fonds der Immac-Gruppe.
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