FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
ren, aber auch nicht so schwach, wie er dargestellt wird. Wir sehen einen starken Wohnimmobilienmarkt mit großen Risi- ken im Development-Bereich. Die Asset- klasse Logistik und Co. ist weiterhin sta- bil. Wir glauben insgesamt an eine leicht positive Entwicklung im Jahr 2026. Es kommt viel auf die einzelnen Assets an. Ein Objekt oder eine Projektentwicklung müssen klar strukturiert, vernünftig auf- gestellt und mit entsprechend fundierten Werten hinterlegt sein. Martin Krause (BVT): Wir sehen Projekt- entwicklungen im Wohnungsmarkt in den USA nicht als hochrisikoreich an. Die Bevölkerung wächst, und insofern ist ein Bedarf anWohnraum da, egal wie die weltpolitische Stimmung ist. Auch wenn die Zuwanderung in die USA abnimmt, bleibt der Bedarf bestehen. Durch die Zinssituation ist die Käufernachfrage nach wie vor gering und die Mietnachfrage hoch. Das wird sich voraussichtlich auch nicht ändern. Daher sollte man gerade jetzt opportunistisch in den USA investie- ren. Bei Büros wäre ich aktuell aber eher vorsichtig. Welther: Wie ist IhrBlickauf Deutschland? Krause: Deutschland ist auch ein Markt der Mutigen. Opportunistische Investoren ZLH )DPLO\ 2ȯFHV JUHLIHQ EHKHU]W ]X 6LH haben es etwas leichter als institutionelle Investoren, weil sie weniger reguliert sind. Daher fehlen Institutionelle auf der Käu- ferseite. BVT hat voriges Jahr ein inner- städtisches saniertes Bürohaus in Köln zur 17- bis 18-fachen Jahresmiete gekauft, das ]HKQ -DKUH DQ GLH ĆȬHQWOLFKH +DQG YHU - mietet ist. Damit macht man nichts falsch, selbst dann nicht, wenn der Markt noch einmal runtergeht. 6WHȪHQ +DXJ -DPHVWRZQ Wir haben in den vergangenen Jahren mehrere Krisen durchlebt, die sich auf den Immobilien- markt auswirken, zum Beispiel die Pan- demie und wirtschaftliche Entwicklungen wie das Aufstreben des E-Commerce. Ich glaube, dass wir bei den Bewertungen in den USA und in Europa die Talsohle durchschritten haben oder gerade durch- schreiten. Trotzdem ist die Verfügbarkeit von Immobilien gering, weil der Druck auf die Bestandshalter noch nicht so hoch ist, obwohl die Abwertungen und die Liquidität ein Thema sind. Wir wür- den gern sowohl in den USA als auch in Europa sehr viel mehr einkaufen, als am 0DUNW DNWXHOO ]X ljQGHQ LVW Welther: Allerdings hat Jamestown keinen neuen US-Fonds, sondern erstmals einen Immobilienfonds in Europa aufgelegt. Wie kamesdazu? +DXJ Wir wollten voriges Jahr erneut HLQHQ 86 )RQGV DXijHJHQ KDEHQ DEHU gemerkt, dass die deutschen Privatanle- ger aufgrund der Trump-Politik nicht zu investieren bereit sind. ImDezember sind wir mit unserem Europa-Fonds gestartet, und wir werden sehen, wie er angenom- men wird. Welther: WennichSierechtverstandenhabe, dann sagen Sie, dass Privatanleger nicht in der Lage sind, die Chancen der Antizyklik mitzugehen? +DXJ Nicht nur der Privatanleger, son- dern auch sein Berater ist dazu mitunter nicht in der Lage. Welther: Stillstandallerorten.Woranhaktes noch, undwasmüsstegeschehen? +DQV +HQQLQJ %UDQG 3DULEXV Der Verkäu- ferseite fällt es schwer, loszulassen und sich fondsprofessionell.de 1/2026 221 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL » Da die Preise zurück- gegangen sind, kann man ein Asset verkaufen, ohne dass sofort der Eindruck entsteht, dass der Bestandshalter veräußern muss. « Sascha Baran, PTXRE Sascha Baran ist Geschäftsführer der Immobilien- und Finanzierungsberatung PTXRE. Das Tochterunter- nehmens von Neoshare ist eine KI-gestützte Plattform, die als Schnittstelle zwischen der Immobilien- und Finanzwirtschaft Services für die digitale Transformation der Immobilienwirtschaft anbietet.
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