FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

das ist ein ganz wesentlicher Punkt – hat die Nürnberger ein starkes Lebensversi- cherungsgeschäft, insbesondere bei bio- metrischen Risiken. Sie sprechen dabei vor allem die Berufs- unfähigkeitsversicherungan… Ja. Die Nürnberger ist in Deutschland für Berufsunfähigkeitsversicherung sehr bekannt und stark positioniert. Dieses Know-how kann innerhalb der Gruppe ein Competence Center werden, also ein Hub für Weiterentwicklung. Bei der Nürnberger gibt es angeblich einen hohenInvestitionsbedarfinderIT.Wosehen Siedenkonkret? Die Nürnberger hat selbst deklariert, dass eine Transformation gestartet wurde, die sich aufgrund der Ergebnisentwicklung verzögert hat. Dazu könnten wir unsere Erfahrung einbringen. SiemeinendasProjekt „Move“? Ja. Move war in Österreich ein großes Transformationsprojekt bei der Wiener Städtischen und der Donau Versicherung. Es ging darum, alte Host-Systeme tatsäch- lich abzudrehen und auf eine moderne Plattform zu wechseln. Damit wurden die Voraussetzungen für moderne Produkte, Prozesse und modulare Vertriebsunter- VWĞW]XQJ JHVFKDȬHQ SehenSiedaSynergien? Eher indirekte Synergien: nicht „wir kopie- ren alles“, sondern wir nutzen Erfahrung, Expertise, Fehlerlernen – und bringen das in ähnlichen Transformationen ein. WennInvestitionennotwendigsind,stelltsich schnell dieFragenachEinsparungen. Plant dieVIGEntlassungenbei derNürnberger? Die Nürnberger hat selbst Programme gestartet zur Verbesserung des techni- schen Ergebnisses, vor allem im Schaden- bereich, und parallel Kostenprogramme. 8QG QDFK GHQ ĆȬHQWOLFK EHNDQQWHQ Entwicklungen scheint das im Jahr 2025 bereits Wirkung gezeigt zu haben. Aber alles Weitere wäre derzeit Spekulation RGHU (LQijXVVQDKPH Die VIG ist bereits Eignerin der Interrisk in Deutschland. Ist perspektivisch eine Fusion Interrisk-Nürnberger geplant? Unser Gruppenmodell erlaubt bewusst die Koexistenz von Gesellschaften und Marken. Das funktioniert in vielen Län- dern gut. Interrisk ist ein Spezialversiche- UHU VHKU IRNXVVLHUW XQG SURljWDEHO 'HU - zeit gibt es keine Grundlage, hier etwas „zwanghaft“ zusammenzuführen. Die Nürnberger-Übernahme kostet Sie 1,4 Milliarden Euro. Hat man damit das Pulver verschossen – falls sich in CEE noch Chan- cenergebenwürden? Nein. Wir können die Transaktion nicht QXU DXV (LJHQPLWWHOQ ljQDQ]LHUHQ VRQGHUQ bleiben auch für eine weitere Expansion sehr gut aufgestellt. Wir sondieren laufend Möglichkeiten im Kernmarkt, ohne dass ich konkrete Ziele nennen kann. Aber der Schwerpunkt bleibt auf CEE. Zur Nürnberger gehört auch die Fürst Fugger Privatbank. Was sind Ihre Pläne damit –passt das Institut insPortfolio? » Interrisk ist ein Spezialversicherer, sehr fokussiert und profitabel. Derzeit gibt es keine Grundlage, hier etwas ›zwanghaft‹ zusammen- zuführen. « Hartwig Löger, VIG fondsprofessionell.de 1/2026 275 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | WWW.MARLENE.AT

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