FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

desländern helfen“, betont Heck. Bis- lang gibt es sie in neun Bundesländern: Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpom- mern, Schleswig-Holstein und Thüringen. Besonders verbreitet seien betrügerische Mehrfachabrechnungen – sowohl von echten als auch von erfundenen oder manipulierten Leistungsfällen – bei meh- reren PKV-Versicherern gleichzeitig, häu- ljJ LQ GHU $XVODQGVUHLVH .UDQNHQYHUVLFKH - UXQJ $XFK %HWUXJVIÌOOH LQ GHU 3ijHJH LQV - EHVRQGHUH EHLP 3ijHJHWDJHJHOG IĞKUWHQ in der Praxis zu erheblichen Schäden. „Derzeit läuft ein größeres Ermittlungs- YHUIDKUHQ EHL GHPPHKUHUH $QELHWHU YRQ 3ijHJHWDJHJHOGYHUVLFKHUXQJHQ JHVFKÌGLJW wurden“, weiß Heck. Klar sei, dass die Kostenträger ihren Informationsaustausch verbessern müss- ten. „Die Versicherer und der Verband sto- ßen da aber immer wieder an die strengen Grenzen des Datenschutzrechts“, beklagt der PKV-Geschäftsführer. Bekannt gewor- denen Verdachtsfällen mit Branchenwir- kung könne deshalb nur unzureichend nachgegangen werden. „Doch Daten- schutz darf kein Täterschutz sein, und EHL $QKDOWVSXQNWHQ IĞU %HWUXJ VROOWH GHU organisierte Datenaustausch im Sinne der Versichertengemeinschaft leichter möglich werden“, fordert Heck. Dazu hat der Verband demGesetzgeber drei Dinge vorgeschlagen: Erstens sollten die Betrugsbekämpfungsstellen der Kran- kenkassen und der PKV personenbezo- gene Daten für die Betrugsprävention austauschen dürfen. Dafür müsste das Sozialgesetzbuch ergänzt werden. Zwei- tens gelte es, die PKV systematisch in den Erfahrungsaustausch zur Betrugspräven- tion einzubinden – ähnlich wie das bei den Krankenkassen untereinander schon JHVFKHKH Ľ'DV VFKDȬW 7UDQVSDUHQ] ĞEHU Betrugsmuster und ermöglicht schnellere Reaktionen“, so Heck. Drittens sollte die PKV an die geplante zentrale Betrugsprä- ventionsdatenbank angeschlossen werden. Hilfe für Laien 'HU $XVJDQJ LVW RȬHQ HEHQVR ZLH GLH Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte im ambulanten Bereich (GOÄ). Die derzeitige GOÄ stammt in weiten Teilen aus den 1980er-Jahren und ist inzwischen völlig veraltet; wesentliche medizinische Leistungen sind dort gar nicht gelistet. PKV-Verband, Ärzteschaft und Beihilfe- träger legten 2025 einen gemeinsamen Entwurf zur GOÄ-Reform vor. „Die $EUHFKQXQJ ĞEHU EHKHOIVPÌĕLJH $QD - ORJ]LȬHUQ ZÌUH GDQQ ZHLWJHKHQG ĞEHU - ijĞVVLJ GLH 5HFKQXQJHQ IĞU GLH 3DWLHQWHQ wären verständlicher und damit leichter QDFKYROO]LHKEDUĺ KRȬW +HFN 'LH QHXH Gesundheitsministerin Nina Warken hat angekündigt, die GOÄ-Novellierung 2026 umsetzen zu wollen. Doch wie kann PKV-Kunden über den Verband bei der Rechnungsprüfung ZLUNVDP JHKROIHQ ZHUGHQ" 8QNODUH $U]W - rechnungen lassen sich über das PKV-Ser- viceportal des Verbands im Internet (pri- vat-patienten.de) auch für Laien prüfen. .XQGHQ ljQGHQ GRUW XQWHU DQGHUHP HLQH Kurzfassung der GOÄ, eine Musterrech- nung und für Laien verständliches Basis- wissen. Das Portal informiert auch über GHQ UHJXOÌUHQ (LQVDW] YRQ $QDORJDEUHFK - nungen und erläutert, wie neue Behand- lungsmethoden über dieses Verfahren abgerechnet werden können. „Zudem steht Website-Besuchern eine GOÄ-Rech- nungsprüfungssoftware zur Verfügung“, informiert Heck. Mit diesem Tool zeige VLFK VFKQHOO RE GLH $EUHFKQXQJ GHQ 9RU - gaben der Gebührenordnung entspricht. „Sünderkartei“ In den vergangenen 30 Jahren hat das laut Kirschweng nur leider nicht so recht funktioniert. „Und wenn eine Rechnung korrigiert wird, hat dies für den Leistungs- erbringer doch keine Konsequenzen“, EHPÌQJHOW GHU 0DNOHU Ľ:LUG HLQ $U]W PHKUPDOV EHL HLQHU IDOVFKHQ $EUHFKQXQJ erwischt, sollte er das Mehrfache des Honorars als Strafe bezahlen und auch einen Punkt in einer speziellen Sünder- kartei bekommen“, schlägt Kirschweng YRU $E HLQHU EHVWLPPWHQ 3XQNW]DKO LQ diesem „Flensburg der Ärzte“ sollte ein temporäres Berufsverbot folgen. „Nur wenn es ans Eingemachte, also ans Geld geht, kann man das Übel ausrotten und letztlich wieder stabilere Beiträge hinbe- kommen“, ist der Makler überzeugt. 'DV $QDO\VHKDXV )UDQNH XQG %RUQEHUJ spricht in diesem Zusammenhang von einem Systemversagen. „Seit Jahren wird über manipulierte Diagnosen, mehr- fach abgerechnete Leistungen und nie erbrachte Personalstunden berichtet“, sagt Geschäftsführer Michael Franke. Der Schaden gehe in die Milliarden – Geld, das in der Versorgung fehle und die Bei- träge hochtreibe. Der bei Franke und Bornberg erscheinende Informations- dienst „Map-Report“ attestierte in seinem jüngsten PKV-Rating Ende 2025 nur zwei 286 fondsprofessionell.de 1/2026 FONDS & VERSICHERUNG Krankenversicherung FOTO: © SIGNAL IDUNA » Wir analysieren systematisch Abrechnungsdaten, um Auffälligkeiten, Muster und Fehlentwicklungen zu identifizieren. « Daniela Rode, Signal Iduna

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