FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

Anbietern eine hervorragende Bewertung, auch zur Beitragsstabilität: LVM und Signal Iduna. Knapp dahinter und damit sehr gut eingestuft: Debeka und Allianz. Schuld an den jüngsten Beitragssteige- rungen seien die „stark gestiegenen medi- zinischen Leistungsausgaben“, erklärt Wil- trud Pekarek, Vorsitzende des Ausschusses Krankenversicherung bei der Deutschen Aktuarvereinigung. Aktuare legten die Beiträge so fest, dass die dauernde Erfüll- barkeit der Verträge gewährleistet bleibe. Außerdem werden hohe Rückstellungen gebildet, damit die Beiträge aufgrund altersbedingt erhöhter Gesundheitskosten QLFKW VWHLJHQ VLHKH *UDljN XQWHQ 'LH DAV fordert, dass die Politik das Kosten- wachstum im Gesundheitssystem durch strukturelle Reformen bremst. Dazu gehörten die Reduzierung von Fehlanrei- zen und der Abbau von Bürokratie. Lang- fristig brauche es auch mehr Prävention. System ausgenutzt „Prävention muss endlich zum Leit- ELOG GHU *HVXQGKHLWV XQG 3ijHJHSROLWLN werden – als zentraler Hebel zur Entlas- WXQJ GHV 9HUVRUJXQJVV\VWHPVĺ ljQGHW auch der PKV-Verband. Bislang erlaubt das Versicherungsrecht den PKV-Unter- nehmen aber nur das Versor- gungsmanagement bei bereits vorliegenden Krankheitsfällen. Man brauche vergleichbare Rechte wie die GKV, auch um mit Boni Anreize für Ver- haltensänderungen zu setzen. Das sieht auch die Debeka so. „Zudem sollten die Qualität als vergütungsrelevantes Kri- terium und die Notwendig- keit von Leistungen stärker in den Fokus rücken“, betont Vorstandsmitglied Biederbick. „Das Systemmuss Anreize für bestmögliche Behandlungs- HUJHEQLVVH VFKDȬHQ DQVWDWW für eine maximale Anzahl an Behandlungen“, ergänzt Signal-Iduna-Vor- standsmitglied Rode. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch unter den Patienten schwarze Schafe gibt, die das System ausnutzen oder gar betrügen. Ehrliche Ärzte, Versi- cherungsnehmer und Versicherer müssen dies mit steigenden Beiträgen mittragen. Makler Kirschweng regt auf, wenn Kun- den sich beispielsweise Rehabilitationen verschreiben lassen, die an Luxusurlaube erinnern, statt sich auf das medizinisch Notwendige zu beschränken. „Auch hier KHOIHQ QXU ljQDQ]LHOOH $QUHL]Hĺ PHLQW GHU ODQJMÌKULJH 3.90DNOHU (U HPSljHKOW Boni für Patienten, die gesund leben, etwa durch Kontrolle von BMI und Blutwerten, und auf der anderen Seite Zuschläge, wenn Routineuntersuchun- gen nicht wahrgenommen werden. „Wir müssen bei mehr Patienten ein Umden- ken erreichen, dass man das System nicht ausnutzen darf, nur weil man Beiträge bezahlt“, meint Kirschweng. Wachstumschancen Hat die private Kranken-Vollversiche- rung unter diesen Vorzeichen eine Zukunft? Axa und Allianz sehen weiter Wachstumschancen, weil viele Menschen eine hochwertige Gesundheitsversorgung wollten. Für Signal Iduna und Debeka bleibt die PKV-Vollversicherung das Herz- stück des Geschäfts, was ein starkes Wachstum bei Zusatzversicherungen nicht ausschließt. Für den PKV-Verband wird die Bedeutung der privaten Vollversicherung in den kom- menden Jahren sogar noch wachsen. Zum einen erfordere GHU GHPRJUDljVFKH :DQGHO Strukturreformen mit mehr Eigenverantwortung und kapi- talgedeckter Vorsorge. Zudem suchten mehr Menschen nicht nur Versicherungsschutz, son- dern einen Partner, der ihre Gesundheitsbedürfnisse ver- steht und maßgeschneiderte Lösungen bietet. „Genau hier liegt die Stärke der PKV“, wirbt Heck. DETLEF POHL FP fondsprofessionell.de 1/2026 287 FOTO: © JASMIN SCHULLER | PKV-VERBAND Aufwärtstrend Demografie-Vorsorge der PKV Heute schon anmorgen denken: Die PKV-Anbieter bereiten sichmit Rück- stellungen auf steigende Ausgaben für ältere Patienten vor. Quelle:PKV-Verband 0 50 100 150 200 250 300 350 400 2024 2022 2020 2018 2016 2014 2012 Mrd. Euro Alterungsrückstellungen der Krankenversicherer 182 Mrd. Euro 339 Mrd. Euro » Derzeit läuft ein größeres Ermittlungsver- fahren, bei demmehrere Anbieter von Pflege- tagegeldversicherungen geschädigt wurden. « Dominik Heck, PKV-Verband

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