FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
Investoren, die bisher in passi- ven ETFs veranlagt waren und erkannt haben: Passiv bleibt halt passiv … Setzen Sie in Deutschland und Österreichnicht zusehrauf aktive ETFsalsWachstumstreiber? Nein. Unser Wachstum basiert auf drei Säulen: Für Deutschland und Österreich erwarten wir im OGAW-Segment, dass das Neugeschäft etwa zur Hälfte im SICAV-Bereich und zur Hälfte bei aktiven ETFs entsteht. Da- rüber hinaus entwickelt sich das Subadvisory-Geschäft – also die Verwaltung von Fonds für andere Anbieter – als zusätzliches Wachs- tumsfeld. ImerstenHalbjahr2026sollChase,einedigi- taleBanklösung,inDeutschlandandenStart gehen. Erhoffen Sie sich davon Impulse für denETF-Vertrieb? Chase wird voraussichtlich im zweiten Quartal mit einem ersten Produktangebot von Berlin aus starten. Es wird ein rein digitales Modell sein, ohne Filialstruktur. Daniel Llano Manibardo, ein erfahrener Direktbankmanager, leitet das Geschäft. Der Einstieg erfolgt über die Einlagen- seite – das ist typisch für neue digitale %DQNHQ XQG WUÌJW GHU KRKHQ 6SDUDȯQL - tät der deutschen Verbraucher Rechnung. Wir sprechen also zunächst nicht über das Wertpapiergeschäft. Zu sagen, wie es danach weitergeht und welches Produkt- angebot folgt, steht mir nicht zu. Aber Chase ist im Wettbewerb der digitalen Distributionsmodelle zu verorten – ähn- lich wie Revolut, Trade Republic und Co. Ich sehe Chase nicht im Wettbewerb zu unseren traditionellen Vertriebspartnern, die Beratungsführerschaft anbieten. Das ist ein weiterer Digitalbankanbieter, der mit den Stärken einer großen Banken- JUXSSH DQWULWW ł GDV ljQGH LFK VSDQQHQG ÜbereineAppvonChaseUKkönnenKunden ihr Geld auch anlegen. Ein Teil der Anlage- produkte kommt dabei von der Mutterge- sellschaft J.P. Morgan, die das Geld für die Kundeninvestiert.Dakannmandochdavon ausgehen, dass Ähnliches in Deutschland kommenwird? Chase wird sicherlich weitere Produkte anbieten, aber jeder Markt ist unterschied- lich, und so wird die Ausrichtung jeweils an die lokalen Bedürfnisse angepasst. Es gibt ja noch zahlreiche weitere Banking- Produkte, die für solch ein digitales Ange- bot wesentlicher sein mögen. WelcheZielgruppesollfürdasWachstumbei aktivenETFssorgen? Es gibt drei wesentliche Zielgruppen für aktive ETFs: erstens große institutionelle Vermögensinhaber, Dachfonds und Ver- mögensverwaltungen, die passive Bestände partiell optimieren wollen. Zweitens jün- gere, „self-directed“ Investoren, für die der ETF als Synonym für Kapitalanlage bekannter ist als der traditionelle Invest- mentfonds. Und ein ganz wichtiger Trei- ber sind natürlich die Rentenreformen, gleich ob über Kinderdepots oder das neue Altersvorsorgedepot – hier wird der ETF ein dominantes Vehikel werden. Gerade für die Altersvorsorge gilt: Wer langfristig nur am Index partizi- piert, lässt viel Renditepotenzial liegen. Der Unterschied zwischen 6,5 und sieben oder acht Prozent Rendite macht bei einem Spar- plan von 100 Euro im Monat über 30 Jahre beim Endvermö- gen einen enormen Unterschied. Denken Sie nicht, dass der Trend zu ETFs dem „klassischen“ Anlageberatern den Verdienst erschwert? Ohne Ausgabeauf- schlagoderBestandsprovision… Nein, denn durch diese Refor- men wird auch erhebliches Zusatzgeschäft entstehen, weil neue Vorsorgegelder systematisch in den Kapitalmarkt gelenkt werden. Außerdem kann ein Berater auch ein fortlaufendes Beratungsentgelt vereinnahmen – zum Beispiel 0,7 Prozent pro Jahr auf das Depot. Dann sind alle Bausteine, auch ETFs, nutzbar. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass beide Modelle – Provision aus dem Produkt und Honorarberatung – ihre Berechtigung haben. Alle Modelle, die versucht haben, die Provision heraus- zunehmen, haben keinen nachhaltigen Mehrwert für Kunden erbracht. In Groß- britannien, wo das Provisionsverbot seit 2013 gilt, ist der Anteil beratener Kunden gesunken und der Anteil derer, die Cash als überlegene Anlageklasse sehen, gestie- gen. Leider haben wir auch hierzulande keine tiefe Finanzmarktbildung. Das wird QLFKW ĞEHU ,QijXHQFHU JHOĆVW GLH VDJHQ „Kauf dir Krypto, kauf dir Immobilien!“ Das ist keine seriöse Finanzbildung. Wir haben 14.000 Milliarden Euro Einlagen von europäischen Privathaushalten – und die Zinsmarge der Banken darauf ist im Schnitt höher als die Retrozession eines Fonds. Das wissen die wenigsten. Stichwort Vergütung: Offensichtlich for- dern einige Neobroker von den ETF-Anbie- 382 fondsprofessionell.de 1/2026 VERTRIEB & PRAXIS Christoph Bergweiler | J.P. Morgan AM FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL Alpha bleibt beim Anleger JPM Global Research Enhanced Index Equity Active UCITS ETF Eine Outperformance-Garantie gibt es natürlich nicht. Aber J.P. Morgan AM zeigt, dass sein riesiger Analystenstab einen echten Informationsvorsprung in Rendite ummünzen kann. Bei 0,20 Prozent Kosten bleibt das Alpha fast vollständig beim Anleger. 300% 250% 200% 150% 100% 50% 0% '25 '24 '23 '22 '21 '20 '19 '18 MSCI World Index ETF
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