FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
terneineBestandsprovision.DieBafin hatentsprechendeRecherchenunse- rerRedaktionbestätigt. SehenSieda einenmöglichenTabubruch? Ich habe die Debatte in FONDS professionell verfolgt. Nachdem „Payment for Order Flow“ verboten ist, ist es legitim, als junges Unter- nehmen bestehende Geschäftsmo- delle ertragreich zu gestalten. Klar ist aber auch, dass eine Provision LP 5DKPHQ GHU 0LljG 5HJHOQ GHXW - lich ausgewiesen werden muss. Damit einhergehen würden dann sinkende Margen bei den Asset Managern, etwa für passive ETFs. Wobei die Situation insgesamt bei- nahe paradox ist, denn der Invest- mentfonds ist ein streng reguliertes Produkt. Während hier die damit verbundenen Provisionen laufend 'LVNXVVLRQVVWRȬ OLHIHUQ VFKHLQHQ die Margen im Kryptohandel, die um ein Vielfaches höher sind, bisher niemanden zu stören. Zudem sehe ich auch bei den Neo- EDQNHQ HLQH ]XQHKPHQGH 2ȬHQKHLW DXFK über Subadvisory-Angebote für aktive ETFs nachzudenken, da diese Produkte etwa im Rahmen der Altersvorsorge klare Vorteile gegenüber rein passiven Produkten bieten. Nochmals zurück zu den Spareinlagen. Woran liegt es, dass nicht mehr in höher- wertigeGeldanlage investiertwird? Wir haben in England eine Studie unter Sparern durchgeführt. Eine vergleichbare Untersuchung wurde inzwischen auch für Deutschland und Österreich beauftragt, wir gehen von ähnlichen Ergebnissen aus. 'LH KÌXljJVWHQ $QWZRUWHQ DXI GLH )UDJH warum Leute nicht investieren, waren „Ich möchte jederzeit leicht auf das Geld zugreifen können“ und „Ich habe Angst, Geld zu verlieren“. Dabei wurde die Angst vor Verlust durch jahrelange Regulierung mit Risikohinweisen gefördert. Die Privat- anleger verstehen die Märkte nicht, aber durch die Regulierung haben viele den Zugang zur Beratung verloren. Da beißt sich die Katze in den sprichwörtlich eige- nen Schwanz. DazueineZwischenfrage:DergroßeAbsatz- erfolgIhresELTIFlässtnochaufsichwarten. Aber wenn der Wunsch von Anlegern nach jederzeitiger Verfügbarkeit ihres Geldes so groß ist,warumkonzipierenSieeinenELTIF mit fünfjährigerMindesthaltefrist? Aktuell steuern wir auf rund 20 Millionen Euro an verwaltetemVolumen zu. Das ist noch sehr moderat, ist aber nicht unser VSH]LljVFKHV 3UREOHP ł GHU (/7,) 0DUNW insgesamt wächst noch nicht sehr schnell. Der Ansatz für unseren ersten ELTIF ist aber bewusst konservativer mit einer Frist von vier plus einem Jahr. Der Kunde muss nach vier Jahren ankündigen, dass er raus will, und bekommt sein Geld nach insgesamt fünf Jahren. Viele Wett- bewerber arbeiten mit quartalsweiser /LTXLGLWÌW XQG *DWLQJ 2SWLRQHQ ł IĞQI Prozent pro Quartal, also 20 Prozent pro Jahr. Das ist im Grunde ein anderer Weg zum selben Ziel. Derzeit investiert unser ELTIF in unsere eigenen institu- tionellen Anteilsklassen wie einen Infrastrukturfonds sowie in das Subsegment Transport und Private Equity. Da wir als Anbieter global rund 460 Milliarden US-Dollar in alternativen Anlagestrategien über- wachen, können wir auf ein breites $QJHERW ]XJUHLIHQ 6R VFKDȬHQ ZLU für unseren ELTIF in der institutio- nellen Anlageklasse eine Gesamtge- bühr von nur etwa einem Prozent und peilen eine Zielrendite von bis zu acht Prozent an. Zwar überlegen wir, ob wir ein Folgeprodukt mit KĆKHUHU /LTXLGLWÌW DXijHJHQ PĞVV - ten dazu aber auch in Zielfonds mit höherer Liquidität investieren. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Zurück zum Thema Bürokratie: HabenSieHoffnungauf eineDeregulierung oderVereinfachungderRegeln? Ich denke, dass eine Vereinfachung bestehender Regeln zunehmend zum Thema wird. Heute gibt es eine hohe Einigkeit darüber, dass wir den Kapital- marktzugang verbreitern müssen. Das geht nur, wenn wir gewisse Hürden redu- ]LHUHQ ł EHL JOHLFK]HLWLJ JHZDKUWHP $QOH - JHUVFKXW] 'DV 6WLFKZRUW LVW Ľ6LPSOLljFD - tion of the current status“. Es kann nicht sein, dass ein Beratungsvorgang für einen 20-Euro-Sparplan über eine Stunde dau- ert, weil so viel protokolliert werdenmuss. Und Sie denken, dass dies in absehbarer Zukunft der Fall seinwird? Ich bin zuversichtlich, dass schon unter der kommenden EU-Ratspräsidentschaft )RUWVFKULWWH HU]LHOW ZHUGHQ NĆQQHQ ł PLW Irland übernimmt ab 1. Juli ein zentraler Fondsstandort den Ratsvorsitz. WaskönntenSiesichkonkret vorstellen? Fortschritt in kleinen Schritten. Ein erster Erfolg wäre schon, weitere Regularien zu fondsprofessionell.de 1/2026 383 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL » Es kann nicht sein, dass ein Beratungsvorgang für einen 20-Euro- Sparplan eine Stunde dauert, weil so viel protokolliert werden muss. « Christoph Bergweiler, J.P. Morgan AM
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