FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

Anstoßes. Dem Gesetzentwurf ist zu ent- nehmen, dass die Kosten für einen staat- lich geförderten Vorsorgevertrag künftig nicht mehr auf die ersten fünf Jahre nach Abschluss, sondern auf die gesamte Lauf- zeit verteilt werden sollen. Und auch der Plan, nur deutsche Fonds für das Alters- vorsorgedepot zuzulassen, stößt in der Branche nicht auf Gegenliebe. Was die Depotbanken planen 'RFK ZÌKUHQG ĆȬHQWOLFK ĞEHU 'HWDLOV debattiert wird, stellt sich für Finanzan- lagenvermittler eine grundlegende Frage: An welcher Stelle in der Vertriebskette können sie sich in Sachen Altersvorsorge- depot eigentlich einklinken? Um in der %UHLWH ]X SURljWLHUHQ EHQĆWLJHQ VLH LQ HUV - ter Linie schließlich die Depotbanken. Und hier gibt es ein gemischtes Echo. Die DAB begrüßt das geplante Altersvor- sorgedepot zwar, kann derzeit aber keine Auskunft darüber geben, ob ein entspre- chendes Angebot geplant ist. Die Comdi- rect will sich „zu gegebener Zeit“ positio- nieren. Die FNZmöchte das Altersvorsor- gedepot und die Standardvariante Anfang kommenden Jahres amMarkt platzieren. Etwas konkreter wird Jan Schepanek, Sprecher der Geschäftsführung der FIL Fondsbank (FFB), die zur Fidelity-Gruppe gehört. „Fidelity ist für das Altersvorsorge- depot bestens positioniert“, sagt er. Mit der hauseigenen Fondsplattform FFB könne die Investmentgesellschaft als Produkt- geber auftreten und eine ganzheitliche Lösung anbieten. „Aktuell schauen wir uns mögliche Ausgestaltungsmöglichkei- ten für das Altersvorsorgedepot an“, so Schepanek. Bis zum Start Anfang 2027 will die Fondsplattform parat sein. Früher oder später Morgenfund greift auf die Erfahrung zurück, die die Depotbank bereits in der Vergangenheit im Vertrieb von Riester- Produkten der DWS gesammelt hat. „Das neue Altersvorsorgedepot fügt sich sehr gut in unser Plattformmodell ein“, erklärt GeschäftsführerinHeike Fürpaß-Peter. Ob Morgenfund aber bis zum Starttermin DOOH QRWZHQGLJHQ 6WUXNWXUHQ VFKDȬHQ wird, kann sie noch nicht abschätzen. „Ein späterer Einstieg bleibt eine realisti- sche Option“, sagt Fürpaß-Peter. Doch ob früher oder später: Sollte das Altersvorsorgedepot diesmal wirklich kommen, könnte es vermutlich auch freien Fondsvermittlern neue Vertriebs- FKDQFHQ HUĆȬQHQ 6LH NĆQQWHQ ]X GHQ 3URljWHXUHQ JHKĆUHQ ł YRQ /DUV .OLQJEHLOV großem Plan. ANDREA MARTENS FP Sparen ab sechs Jahren: Die geplante Frühstart-Rente Mit dem Entwurf des Gesetzes zur Reform der steuerlich geför- derten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorgereformgesetz)hat dasBundeskabinettauchdieEck- punkte zur Umsetzung der soge- nanntenFrühstart-Rentebeschlossen.Waskünf- tig gelten soll. Individuelles Depot: Eltern von Kindern, die das sechste Lebensjahr vollenden, können im selben Jahr ein individuelles Depot für die Altersvorsorge des Nachwuchses bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnen. Ab 2029 soll die Frühstart-Rente auf weitere Jahrgänge ausge- weitet werden. Förderung: Der Staat lässt zehn Euro pro Monat ins Depot des Kindes fließen. Verwaltet werden die Einzahlungen über die bereits vorhandenen Struk- turen der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Freiwil- lige Zuzahlungen sollen möglich sein. Der Anspruch auf Förderung soll an den Bezug von Kindergeld und eventu- ell an einen Wohnsitz der Eltern in Deutschland gekoppelt sein. Anlageprodukte: Diese orientieren sich an den für das Altersvorsorgedepot zulässigen Produkten. Auffanglösung: Für Kinder ohne individu- elles Depot soll eine kollektive Auffanglösung geschaffen werden, die eine automatische Teilhabe an der Frühstart-Rente sicherstellt. Eltern können aber jederzeit ein individuelles Depot eröffnen. Das bis dahin kollektiv ange- legte Kapital inklusive der erzielten Renditewird übertragen. Steuerliche Behandlung: Die Erträge aus der Frühstart-Rente bleiben bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei. Bei Volljährigkeit: BeimErreichen der Voll- jährigkeit kann das Depot bis zumRenteneintritt weiter bespart oder zu einem anderen Anbieter übertragen werden. Auch das bis dahin in der Auffanglösung angesparte Kapital kann in einen eigenenAltersvorsorgevertragüberführtwerden. Start: Die Frühstart-Rente soll nachdenbis- herigenPlänenzusammenmit demAltersvorsor- gedepotam1.Januar2027starten.DieFörderung für den Geburtsjahrgang 2020 soll rückwirkend ab 1. Januar 2026 erfolgen. Quelle:WaigelRechtsanwälte fondsprofessionell.de 1/2026 415 FOTO: © MARTIN PETERDAM | AFW » Gute Beratung ist kein Kostenfaktor, sondern ein Schutzfaktor. « Norman Wirth, AfW

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=