SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026

Assets illiquide sind. Daher ist das Pro‑ dukt nicht für jeden Anleger geeignet, und man kommt in die Bredouille, wenn man das Produkt als liquide verkauft. Hoffmann: Die Kredite werden in der Regel nach drei bis fünf Jahren zurück‑ gezahlt. Deshalb passt der ELTIF struk‑ turell zu Private Debt. Aber man muss verstehen, dass der ELTIF nicht wie ein Aktienfonds täglich handelbar ist – und dass die Rückgabebeschränkungen ein Schutzmechanismus sind. Als2024dietechnischenRegulierungsstan- dards (RTS) für den ELTIF verabschiedet wurden, war die Assetklasse Private Debt nochnichtsobekanntundraumgreifendwie momentan. Inwiefern haben die RTS diese Assetklassesalonfähiggemacht? Stuckenberg: Die RTS haben für den ELTIF einen deutlich klareren Rahmen geschaf‑ fen, insbesondere mit Blick auf Liquidi‑ tätsmanagement, Rücknahmegrundsätze und Transparenz. Damit ist auch Private Debt besser in ein reguliertes Publikums‑ konzept eingebettet worden, was zur brei‑ terenWahrnehmung und Einordnung der Assetklasse beigetragen hat. Können Sie einschätzen, ob die RTS nach- geschärft werden sollten, weil die Gates vordemHintergrundzunehmenderPrivate- Debt-Interessen vielleicht anders definiert werdenmüssten? Stuckenberg: Potenziell ja, aber die Rege‑ lungen sind schon relativ detailliert, und ob sie im Lichte eines weiter wachsenden Private‑Debt‑Marktes angepasst werden müssen, wird sich erst mit zunehmender praktischer Erfahrung zeigen. Riebow: In jeder Assetklasse müssen Assets verkauft werden, um Liquidität zu schaffen. Bei Private Credit passiert dies mit den fixen Cashflows und den festen Laufzeiten automatisch. Man muss also zwischen der Assetklasse und dem Fonds‑ vehikel unterscheiden. Venc: Häufig wird Liquidität mit dem Kreditrisiko gleichgesetzt. Das sollte man nicht machen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Stress in Kreditmärkten typischerweise nur mehrere Monate dau‑ ert. Wenn man sich die Szenarioanalysen anschaut, ist das eigentlich ein Schutz für den Anleger, und er muss vielleicht einmal ein bisschen Volatilität aussitzen. Aber man muss sicherlich aufpassen, dass das Produkt nicht an die falschen Anleger‑ klassen verkauft wird. Hoffmann: Es muss ein kuratiertes Port‑ folio sein. Leider ist ELTIF nicht gleich ELTIF. Es ist komplizierter, weil die Rück‑ gabemechanismen unterschiedlich sind. Wie die zugrunde liegende Struktur aus‑ sieht, steht in der Präsentation. Aber die meisten hören mit dem Lesen auf Seite fünf nach der Performance auf. Riebow: Die Asset Manager geben dem Vertrieb mit der Zielmarktdefinition und mit dem Mindestzeichnungsbetrag eine Richtung vor. Aus Gesprächen mit Banken und Vertriebspartnern wissen wir, dass die Anleger bei vielen Banken ein Mindestmaß an liquidem Vermögen vorweisen müssen, damit der Berater ein Private-Debt-Produkt anbieten darf. Es wird jedenfalls nicht am Filialschalter an eine Oma verkauft, die eigentlich nur Geld abheben wollte. VielenDank für dasGespräch. ALEXANDER ENDLWEBER, TILMANWELTHER FP Die relativ kurze Laufzeit von Unternehmenskrediten sorgt in einementsprechend kuratierten Portfolio für regelmäßige Liquidität. Das darf aber nicht darüber hinweg- täuschen, dass auch Private Credits illiquide Assets sind – und dass Gatings bei ELTIFs ein Schutzmechanismus und kein Liquiditätsversprechen sind. fondsprofessionell.de 2/2026 25

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