SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026

management und die beste Risikoanalyse hat und wer es schafft, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Riebow: Wahrscheinlich denken die Kre- ditmanager mehr über Risiken nach als Private-Equity-Manager. Hoffmann: Trotzdem gilt, dass der Asset Manager im Private Debt Zugang zu den guten Krediten haben und Deal Sour- cing betreiben muss. Nur so lässt sich das Downside-Potenzial minimieren. Mittler: Das Kapital, das in Private Debt fließt, kommt oft nicht aus dem Cash­ bestand, sondern aus anderen risikotra- genden Assets. Und da die Kredite durch die Sicherheiten einen gewissen Risiko- puffer haben, stehen sie aus Gesamtallo- kationssicht für eine defensivere Strategie. Riebow: Das Thema Sicherheiten spielt bei der Länderallokation, über die wir spra- chen, eine Rolle. Die USA sind der größte Markt, in Europa teilt sich das Geschäft eigentlich auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf. Warum nicht Südeuropa, wo das Wirtschaftswachstum momentan stärker ist? Weil gerade in Italien und in Spanien die Kreditver- wertungsregeln schwieriger sind als in Deutschland, Großbritannien oder eben in Frankreich. In der Schweiz möchten Sie auch kein Direct Lending betreiben, weil Sie da zehn bis 15 Jahre warten, bis Sie Ihr Geld zurückkriegen. Das Insolvenzrecht ist international unter- schiedlich.Wie gehen Ihrer Erfahrungnach Fondsmanagermit demUmstandum, dass im Default-Fall die Insolvenzordnungen in denLändernunterschiedlichsindundunter- schiedlichgut durchsetzbar sind? Stuckenberg: Insolvenzrechtliche Aspekte werden in der Praxis regelmäßig bereits bei der Strukturierung des Fonds geprüft, jedenfalls aber vor der konkreten Struk- turierung einzelner Finanzierungen. Ins- besondere werden die konkreten insol- venzrechtlichen Rahmenbedingungen der Zieljurisdiktionen analysiert, und diese Erkenntnisse fließen in die Anlagestrate- gie, die Kreditbedingungen und die Risi- kosteuerung ein. Gibt es im deutschen Insolvenzrecht mehr oder andere Möglichkeiten als in anderen Ländern,inschwierigenSituationenzuinter- venieren? Stuckenberg: Ein pauschaler Vergleich mit anderen Jurisdiktionen ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Im deutschen Insol- venzrecht bestehen jedenfalls Möglich- keiten, die aber vom konkreten Einzelfall abhängig sind. DasFondsangebotwächst, Anlegerkönnen zwischenAngebotenwählen.Wieerkennen Sie,welcheFonds-undKreditmanagereinen gutenJobmachen? Hoffmann: Der Anbieter, der die Fonds ins Regal stellt, muss die Produkte umfassend prüfen. Wir führen in einem strukturier- ten Prozess eine umfassende Due Dili- gence durch. Das kann ein Privatanleger allein nicht. Brauchen wir beim ELTIF mehr Transpa- renz, um Produktentscheidungen treffen zukönnen? Hoffmann: Theoretisch ist die Transparenz da, man muss nur fragen. Der Berater muss, bevor er zum Kunden geht, seine Hausaufgaben machen. Riebow: Es ist unheimlich wichtig, Aufklä- rung zu betreiben, sowohl bei den Bera- tern als auch beim Endkunden. Mohr: Die Produktauswahl ist nicht trivial. Es handelt sich um ein neues Themenfeld, und die Produkte sind erklärungsbedürf- tig. Da sehe ich durchaus eine Herausfor- derung bei den Anbietern. Mittler: Die ELTIF-Einkäufer fordern unterstützende Materialien, die das Thema umfassend, aber einfach erklären, damit sich der Investor der Risiken bewusst werden kann, auch was die ein- geschränkte Liquidität betrifft. DasThemaLiquiditätspieltimVertriebzwar einegroßeRolle,abereswirdoftsuggeriert, dassderAnlegerjederzeitaussteigenkönne, obwohl dasnicht richtig ist. Venc: Das ist ein Problem, und das sage ich in jeder Präsentation: Es ist ein illiquides Produkt mit gewissen Vorzügen einer Semiliquidität, wobei die unterliegenden » Gesucht sind Unternehmen, die diversifizierte Business- modelle sowie stabile und planbare Cashflows vorweisen. « Andreas Mittler , Invesco Bei Invesco ist Andreas Mittler für den Vertrieb der Private-Markets-Produkte zuständig. 24 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL SACHWERTE Roundtable SPEZIAL

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