SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026
Immerhin stabilisiert sich das Topseg- ment: JLL meldet für das erste Quartal 2026 eine um 7,6 Prozent höhere Vermie- tungsaktivität und das dritte Quartal in Folge eine positive Nettoabsorption. Die Pipeline ist auf historisch niedrige 22,3 Millionen Quadratfuß geschrumpft. „Das ist ein wichtiger Punkt: Wenn die Nach- frage zurückkommt, trifft sie auf deutlich weniger Neubau“, betont Arndt. „Gerade im Bürosegment entsteht die Chance nicht trotz, sondern wegen der Krise der vergangenen Jahre.“ Denn aufgrund der Gemengelage mit schwierigen Finanzie- rungen und hohen Baukosten, die man auch in Europa kennt, wurden viele Projekte gestoppt. Die Eigentümer von hochwertigen Immobilien hoffen darauf, dass sie in den nächsten Jahren von einer attraktiven Angebots-Nachfrage-Konstel- lation profitieren. Arndts Fazit: „Der US-Büromarkt hat seinen Durchhänger nicht überall über- wunden, aber in hochwertigen Segmen- ten sehen wir klare Stabilisierungsten- denzen. Moderne Class-A-Gebäude in dynamischen Lagen profitieren von der ‚Flight to Quality‘, während ältere Gebäude und periphere Standorte unter Druck bleiben.“ Wohnmarkt: Mieter statt Käufer Der Wohnimmobilienmarkt wird laut Mordor Intelligence für 2026 auf 3,8 Billionen Dollar geschätzt. Sinkende Hypothe- kenzinsen und Lohnwachstum oberhalb der Preissteigerungen verbessern die Erschwinglichkeit, der Mortgage-Lock-in-Effekt hält das Angebot knapp. Das Trans- aktionsvolumen bei Mehrfami lienhäusern stieg 2025 um 28 Prozent auf 185 Milliarden Dol- lar, das Mietwachstum im Sun- belt liegt bei fünf bis sieben Prozent. Allerdings drückt die Pipeline aus früheren Zyklen die Mieten: Die NAR meldet für Februar 2026 nur 0,2 Prozent Mietwachstum bei 8,6 Pro- zent Leerstand. Auf der Eigentumsseite zeigt sich Zurückhaltung. Martin Stoß, Leiter des Geschäftsbereichs US-Immobi- lien bei BVT, erläutert: „Es gab schon vor dem Iran-Krieg eine gewisse Zurückhal- tung auf der Käuferseite, weil die monat- lichen laufenden Kosten im Zusammen- hang mit dem Erwerb von Wohneigen- tum rund 30 bis 40 Prozent über der Miete einer vergleichbaren Immobilie liegen. Dies führt dazu, dass potenzielle Immobilienkäufer länger zur Miete leben. Die Auswirkungen auf den Mietmarkt sind positiv. Es besteht nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Mietwohnungen.“ Vertriebs-, kein Marktproblem Die USA bleiben quantitativ und institutionell der wichtigste Immobilien investmentmarkt der Welt. Trumps Poli- tik verändert die Risikolandschaft, treibt aber kein Kapital flächendeckend weg. Für deutsche Privatanleger wird der Markt nicht uninteressant, wohl aber komplexer zu vermitteln. Bei Pangaea scheiterte ein Produkt, nicht der Markt. Arndts Befund: „Die Zeit pauschaler USA-Storys ist vor- bei – gefragt sind selektive Strategien in wachstumsstarken Regionen und hoch- wertigen Segmenten.“ ALEXANDER ENDLWEBER FP Der Büromarkt hat seinen Durchhänger nicht überall überwunden, aber wir sehen klare Stabilisierungstendenzen. Volker Arndt, US Treuhand 58 fondsprofessionell.de 2/2026 SACHWERTE US-Immobilien SPEZIAL FOTO: © US TREUHAND Breites Anlageuniversum Gesamtvolumen des gewerblichen Immobilieninvestmentmarktes in den USA Das Gesamtvolumen der gewerblichen Immobilieninvestments in den USA belief sichMitte 2025 auf 26,2 Billionen Dollar. Auf Assetsmit institutioneller Qualität entfallen 11,4 Billionen Dollar. Quelle:ClarionPartners,Januar2026 Anzahl Verkäufer Anzahl Käufer Mehrfamilienhäuser 34% 5,399 Bio. USD Büro 17% 2,751 Bio. USD Hotels 5% 0,755 USD Einzelhandel 23% 3,708 Bio. USD Industrieimmobilien 21% 3,381 Bio. USD Traditionelle Segmente 61 % 15,993 Bio. USD 16 Bio. USD Alternative Segmente 39 % 10,191 Bio. USD 5 10,191 Bio. USD 15,993 Bio. USD 1 Jahr 1 Jahr 7,0 Registrie- rungen
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