SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026

Immobilienmarkt: Importzölle von im Schnitt zwölf Prozent verteuern auch die Baukosten – auf Aluminium, Kupfer und Stahl werden sogar 50 Prozent fällig. Die Executive Order „Stopping Wall Street fromCompeting withMain Street Home- buyers“ schränkt institutionelle Eigentümer im Wohnsegment ein. Laut J.P. Morgan ist der negative Effekt allerdings begrenzt, da instituti- onelle Investoren nur ein bis drei Prozent des Marktes halten. „Dass deutsche Anleger der- zeit zurückhaltender auf US-Im- mobilien blicken, sagt mehr über die Stimmung in Deutsch- land aus als über die Quali- tät des US-Marktes. Politik, Zinsniveau und Wechselkurs haben viele Investoren vorsich- tiger gemacht“, ordnet US-Treu- hand-Geschäftsführer Volker Arndt die Lage ein. Und über Donald Trump sagt er: „Er polarisiert, keine Frage. Für Immobilieninvestoren ist aber entscheidend, ob Arbeitsplätze entstehen, Unternehmen inves- tieren, Menschen zuziehen und Flächen nachgefragt werden.“ Qualität schlägt Timing Ein genereller Rückzug deutscher Inves- toren ist nicht erkennbar: Institutionelle Anleger wie Allianz/Pimco, Deka und Union Investment halten ihre US-Quoten und schichten zugunsten von Multi-Fa- mily-Objekten, Logistikimmobilien und Rechenzentren um. Die Nordrheinische Ärzteversorgung erhöht ihre Nordameri- ka-Quote sogar von 14 auf 15 Prozent. Die spektakulären Verluste der Bayerischen Versorgungskammer in Miami und New York gehen auf Zinsanstieg, Pandemie und operative Fehler zurück, aber nicht auf Trump. Damit bestätigt sich eine Binsenweis- heit. Denn für den langfristigen Erfolg entscheidet in allen Märkten und gerade in turbulenten Zeiten das Asset Manage- ment. „Rendite entsteht im US-Markt heute nicht mehr primär durch den rich- tigen Einstiegszeitpunkt, sondern durch die Qualität im laufenden Betrieb“, sagt Steffen Haug, Head of Sales Partner & Secondary Market bei Jamestown. „Wer Immobilien aktiv steuern, entwickeln und repositionieren kann, hebt sich deutlich vom Wettbewerb ab. Reine Kapitalallo- kation reicht dafür nicht mehr aus.“ Die Differenzierung innerhalb gleicher Nut- zungsarten nehme zu, so Haug: „Standar- disierte Produkte geraten unter Druck, während klar positio- nierte Assets stabil bleiben.“ Büromarkt: Flight to Quality Der Büromarkt stellte 2025 mit 29,1 Prozent den größten Anteil im Gewerbesegment, kämpft aber mit hohen Leer- ständen. Davon sind auch große Metropolen wie San Francisco betroffen, wo laut NAR-Daten der Leerstand im Februar 21,7 Prozent betrug. Mordor Intel- ligence zufolge sind 20 bis 25 Prozent des Bestands durch hyb- ride Arbeit funktional überflüs- sig; deshalb verzeichnen B- und C-Objekte in Sekundärlagen über 28 Prozent Leerstand. Für international ausge- richtete Anleger, insbe- sondere aus Deutschland, führt kaum ein Weg an den USA vorbei. Jens Freudenberg, BVT Rendite entsteht nicht mehr primär durch den richtigen Einstiegszeit- punkt, sondern durch Qualität im Betrieb. Steffen Haug, Jamestown fondsprofessionell.de 2/2026 57 FOTO: © BVT, JAMESTOWN Angebot übertrifft Nachfrage Zahl der Käufer und Verkäufer am US-Wohnsektor 2025 ging die Angebot-Nachfrage-Schereweit auseinander. Das drückt in vielen Regionen die Preise. Quelle:RedfinRealEstate 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 Anzahl Verkäufer Anzahl Käuf r '26I '25 I '24 I '23 I '22 I '21 I '20 I '19 I '18 I '17 I '16 I '15 I '14 I '13 Mio. 1 Jahr Anzahl Verkäufer 1 J h Anzahl Käufer 7,0 Registrie- rungen

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