SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026

Assetklasse mit Auflagen Wohnimmobilien sind europaweit zu einer gefragten Anlageklasse aufgestiegen. Doch die regulatorische Klammer um den deutschen Wohnungsmarkt engt Investoren zunehmend ein. W ohnen ist mittlerweile in Anleger- portfolios tief verankert. Das zeigt die kürzlich veröffentlichte Studie „Living Investor Survey 2026“ von Cushman & Wakefield. Voriges Jahr wurden europa- weit 59 Milliarden Euro inWohnimmobi- lien investiert. Zwei Drittel der Befragten haben bereits 20 Prozent oder mehr ihres Portfolios inWohnimmobilien veranlagt. Fast alle Investoren erwarten weiter stei- gende Allokationen in dieser Assetklasse. Deutschland, Spanien und Großbritan- nien sind die beliebtesten Märkte. Ganz vorn steht nach Platz drei im Vorjahr der deutscheWohnimmobilienmarkt, obwohl er nicht nur von wirtschaftlichen, son- dern auch von politischen Unsicherheiten geprägt ist. Deshalb sind in den vergan- genen drei Jahren die Investitionen in Deutschland unter dem langjährigen Mit- tel geblieben, und laut BNP Paribas war das Anlegerinteresse auch im ersten Quar- tal 2026 eher verhalten. Sie haben „nur“ rund zwei Milliarden Euro in Wohnport- folios ab 30 Einheiten investiert und damit 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Investoren stehen vor einem Dilemma: Einerseits steigen die Immobi­ lienpreise, andererseits verursacht die Innenpolitik, die aktuell zu starken Ein- griffen in denMarkt neigt, mehr Bürokra- tie und einige Unwägbarkeiten. Trotzdem stiegen 2025 die Wohnimmobilienpreise nach Angaben des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) um 4,2 Prozent, in den Top-7-Städten sogar um 4,7 Pro- zent. „Inzwischen sind die Preise nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt“, erklärte neulich VDP-Präsident Gero Bergmann. Knappes Angebot Die Treiber sind bekannt: zu wenig Neubau, zu viel Nachfrage. Frankfurts marktaktiver Leerstand beträgt nur 0,1 Prozent. Das hat für Investoren und für Nutzer Folgen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) meldet, dass im ersten Quartal 2026 bundesweit die Neuver- tragsmieten 3,5 Prozent über demVorjahr abgeschlossen wurden. In einigen Metro- polen und ihrem Umland lag das Plus deutlich darüber. Trotzdem jubeln die Investoren nicht. Denn während die Neu- vertragsmieten kräftig anziehen, bleiben Bestandsmieten regulatorisch gedeckelt. Das führt, wie es DZ Hyp formuliert, zu einem „eingefrorenen“ Markt, weil der Abstand zwischen den Neuvertrags- und den durch Mietpreisbremsen gedämpften Mieten immer größer wird. Demzufolge Wohnimmobilien sind national wie international ein Basisinvestment für langfristig orientierte Anle- ger. Die Assetklasse hat strukturelle Vorzüge, leidet aber wie alle Immobilien unter hohen Baukosten. Einweiteres Problem für Investoren sind politische Eingriffe in denMarkt zur Mietendeckelung. 60 fondsprofessionell.de 2/2026 SACHWERTE Wohnimmobilien SPEZIAL FOTO: © ART | STOCK.ADOBE.COM

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