SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026

differenzierte, maßgeschneiderte Finanzie- rungslösungen schafft.“ Insbesondere Pri- vate-Debt-Investoren könnten dabei eine wichtige Rolle als Strukturierungspartner einnehmen, ergänzt er. Bereits seit zehn Jahren legt Berenberg Fonds der Serie „Green Energy & Infrastructure Debt“ auf, in denen es neben der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen auch um große Speicherlösungen geht. Öl wird unattraktiv Die aktuelle Energiekrise, die von Knappheit und entsprechend hohen Preisen für Benzin und Gas geprägt ist, ist derzeit natürlich ihrerseits ein Invest­ mentthema: „Anleger mit einem kurz- fristigen Anlagehorizont zielen aktuell auf die fossilen Gewinne durch die Preis- volatilität ab. Anleger mit einer langfristi- gen Investmentstrategie wechseln jedoch verstärkt von fossilen zu regenerativen Assets. Dabei spielen neben regulatori- schen und klimabezogenen Faktoren sicherlich auch Überlegungen zur Resi- lienz dezentraler Energieinfrastruktur in Krisenzeiten eine Rolle“, sagt Karsten Kührlings, Geschäftsführer von GLS Investments. Sein Unternehmen bietet seit Kurzem einen Energieinfrastruktur- ELTIF mit einer Laufzeit von 99 Jahren an, wenn auch mit einer jährlichen Aus- stiegsoption nach einer Mindesthaltefrist von zwei Jahren. Aber selbst bei den liquideren Invest- mentmöglichkeiten zeichnet sich der von Kührlings beschriebeneWandel bereits ab. Der S&P Global Clean Energy Transition Index, der die Entwicklung weltweiter Unternehmen aus dem Bereich erneuer- bare Energien abbildet, hat allein imApril um 15 Prozent zugelegt, der S&P Global Oil verzeichnete in der Zeit einMinus von rund einem Prozent. Externe Schocks „Anleger suchen gezielt nach Möglich- keiten, ihr Portfolio gegenüber externen Schocks robuster aufzustellen. Nachhal- tige Infrastrukturinvestments bieten hier eine attraktive Kombination aus Stabilität, Inflationsschutz und langfristigemWachs- tumspotenzial“, sagt Timo Werner, Port­ foliomanager des Klimavest von Com- merz Real. Zwei Vorurteile Anbieter von Investments in erneuer- bare Energien sehen sich vor allem mit zwei Vorurteilen konfrontiert. Erstens wären die erneuerbaren Energien ohne staatliche Subventionen durch eine ideo- logisch motivierte Politik nicht lebens- fähig, und zweitens wären Solar- und Windkraftwerke nicht grundlastfähig, die Industrie brauche aber auch dann Strom, wenn gerade Dunkelflaute herrsche. Beide Vorurteile lassen sich entkräften. Erneuerbare Energien haben sich als die weitaus günstigste Gestehungsform etab- liert (siehe Grafik nächste Seite), was inzwi- schen der wesentliche Treiber des Ausbaus auch in Ländern wie China und den USA ist, die nicht im Verdacht stehen, aus ideo- logischen Gründen die Erneuerbaren zu pushen. „Die Trump-Regierung lässt zwar keine Gelegenheit aus, die erneuerbaren Energien zu verteufeln. Aber auch unter Trump sieht die Realität in den USA so aus, dass die Erneuerbaren massiv ausge- baut werden, und selbst so konservative Staaten wie Texas bauen Solar- undWind­ energie aus, weil sie unschlagbar günstig Anleger mit einer langfristigen Invest- mentstrategie wechseln verstärkt von fossilen zu regenerativen Assets. Karsten Kührlings, GLS SACHWERTE Erneuerbare Energien SPEZIAL 66 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © PATRICK-TIEDTKE-PHOTOGRAPHY Deutscher Strommix Anteil verschiedener Energieträger an der Stromerzeugung* Der Strommix beschreibt die prozentuale Zusammensetzung der Energiequellen. Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt seit Jahren. Quelle:Fraunhofer ISE | * inDeutschland,DurchschnittswertedeserstenQuartals2026 150 % 0 20 40 60 80 100 120 140 160 Gas Strom 6. 5. 4. 3. 2. 1. 28. 27. Angri auf den Iran Spotmarktpreise in Euro je Megawattstund März | Feb Euro/ MWh Wind 34,1% Wasser 2,5% Solar 9,2% Biomasse 7,5% Sonstige 4,1% Steinkohle 8,6% Erd- und Kohlegas 18,0% Braunkohle 16,1% 1 Jahr 3 Jahre 1 Jahr Strom Gas

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