FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Die Kunst der Preis findung Kunstinvestments können unter Umständen eine sinnvolle Ergänzung eines Vermögensportfolios darstellen. Wie sie Mehrwert generieren, ist jedoch mit anderen Assets nicht zu vergleichen. N ach zwei schwächeren Jahren kehrte der weltweite Kunstmarkt 2025 wieder auf den Wachstumspfad zurück. Das diagnostiziert zumindest der jüngste Bericht, den die Schweizer Großbank UBS zusammen mit der wichtigsten Messe für zeitgenössische und moderne Kunst, der Art Basel, jährlich erstellt. Der Studie zufolge stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf rund 60 Milliarden US-Dollar, blieb aber deutlich unterhalb der bisherigen Höchstmarke von rund 68 Milliarden US- Dollar im Jahr 2022. Größenordnungen Bei Größenangaben zum Kunstmarkt muss man Vorsicht walten lassen. Sie NODȬHQ ]XP 7HLO HUKHEOLFK DXVHLQDQGHU Artprice, ein Anbieter von Kunstmarkt- informationen, verfügt über eine renom- mierte und sehr umfangreiche Datenbank zum Kunstmarkt und kommt in seinem Marktbericht für das Jahr 2025 auf einen weltweiten Umsatz von lediglich rund elf Milliarden US-Dollar. Erklären lässt sich der Unterschied unter anderem damit, dass Artprice ausschließ- OLFK PLW YHUĆȬHQWOLFKWHQ 'DWHQ YRQ $XN - tionshäusern arbeitet, der Art-Basel-Report hingegen von einer viel breiteren Daten- grundlage ausgeht. Er bezieht neben den Preisen, die auf Auktionen erzielt wurden, auch die Ergebnisse aus der Befragung von Kunst- und Antiquitätenhändlern, Sammlern, Marktexperten und anderen Messeunternehmen mit ein. Marktindikatoren Zur Beschreibung der Wertentwicklung imKunstmarkt haben sich zwei Indikato- ren etabliert, der Index „Artprice100“ und der „Kunstkompass“ des Wirtschaftsmaga- zins „Capital“. Der Kunstindex Artprice100 spiegelt die Wertentwicklung eines virtuellen Port- folios wider, das Werke der 100 bestver- kauften Künstler umfasst. Einmal jährlich misst er die Rentabilität dieser Künstler auf Basis ihrer weltweiten Gesamtauk- tionsergebnisse während der jeweils vor- ausgegangenen zwölf Monate. Um sich für die Liste dieser 100 Künst- OHU ]X TXDOLlj]LHUHQ PĞVVHQ :HUNH YRQ ihnen über einen Zeitraum von fünf Jahren mindestens zehnmal pro Jahr auf HLQHU ĆȬHQWOLFKHQ $XNWLRQ ]XJHVFKODJHQ worden sein. In die Liste der 100 „Blue Chip“-Künstler gehen sie dann nach ihrem Gesamtumsatz der vergangenen zwölf Monate ein. Durch die Vorgabe HLQHU 0LQGHVWDQ]DKO UHJHOPÌĕLJHU 7UDQV - DNWLRQHQ ZHUGHQ YHU]HUUHQGH (ȬHNWH durch Ausreißer ausgeblendet, darunter beispielsweise der Verkauf des „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci, den das Auktionshaus Christie’s 2017 für rund 450 Millionen US-Dollar versteigert hat. Werke von Gerhard Richter, einem der weltweit teuersten noch leben- den Künstler – hier in einer Werk- schau in der neuen Nationalgalerie in Berlin 2024 –, sind regelmäßig Gegenstand von Kunstinvestments. » Eine Konzentration auf Topkünstler bringt eine höhere Verlässlichkeit mit sich, was ihre Wert- entwicklung betrifft. « Andreas Hülsmann, Golden Circle Finance 226 fondsprofessionell.de 2/2026 SACHWERTE Kunstinvestments FOTO: © ACHIM WAGNER | STOCK.ADOBE.COM
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=