FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
um jeden Preis und nicht mehr als domi- nierende Leitidee“, interpretiert Heer- mann das Ergebnis. „Gerade für junge Leute ist aus Rendite- gesichtspunkten eine fondsgebundene Rentenversicherung ohne Garantie die beste Lösung“, bestätigt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating beim Analysehaus Morgen & Morgen (M&M). Die lange Laufzeit habe in der Vergangenheit immer Schwankungen ausgeglichen und für gute Erträge gesorgt. Am Ende zähle nur die Rendite nach Kosten. Im LV-Unternehmensrating 2025 von M&M erhielten 15 Gesellschaften die Bestnote: Allianz, BL die Bayerische, DLVAG, Europa, Hannoversche, Hanse- 0HUNXU ,QWHU ,QWHUULVN /9 ȬHQW - liche Braunschweig, Swiss Life, Ergo Vor- sorge, Universa, WGV und WWK. Laut demMarktbeobachter Map-Report waren fondsgebundene Verträge zuletzt die mit Abstand stärkste Produktlinie im Neuge- schäft der Lebensversicherer – mit einem Anteil von fast 36 Prozent. Schwierige Recherche Die Suche nach den besten Fondspoli- cen wird für Berater jedoch zunehmend schwierig. „Grundsätzlich sind moderne, ijH[LEOH )RQGVSROLFHQ VHKU HPSIHKOHQV - wert, um den individuellen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden“, erklärt Christina Häußler, Geschäftsführerin des Versicherungsmaklers Proma. Viel wich- tiger als Garantien ist für die Maklerin, die dem Arbeitskreis Leben beim Bundes- verband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) angehört, der „Anlagemotor“. Man biete „vermögensverwaltende Kon- ]HSWH VWDWW (LQ]HOIRQGV ł PLW ijH[LEOHQ Aktienquoten“ – und wähle kostengünsti- ge Fonds aus, die ursprünglich für insti- tutionelle Anleger entwickelt wurden, so GLH 3URPD &KHljQ 'HU 9RUWHLO %HL %HGDUI könnten einzelne Fonds getauscht werden, ohne jedes Mal Zustimmung und Unter- schrift des Kunden einzuholen. Sicherheit biete die weltweite Streuung der Investitio- nen auf über 9.000 Unternehmen. Bei der Auswahl eines renditestarken Anbieters hilft womöglich auch die regel- mäßige Qualitätsumfrage der Maklerge- nossenschaft Vema. Die hat ihre Partner- makler im März nach den Favoriten bei der privaten Rentenversicherung gefragt. Zu bewerten galt es vier Bereiche: Pro- duktqualität, Qualität der Antragsbe- arbeitung und Policierung, Erfahrungen im Schadenfall und die Erreichbarkeit des Versicherers für Makler. Die Ergeb- nisse wurden von den Teilnehmern mit Schulnoten (1 bis 6) bewertet. Bei Fonds- policen ohne Garantien ist die Alte Leip- ziger der Favorit der Vema-Makler (17,3 Prozent der Nennungen), gefolgt von der LV 1871 (14,5 Prozent) und der Allianz (12,7 Prozent). In der Gesamtwertung aller vier Berei- che schnitt aber die Continentale am bes- ten ab (Note 1,45), gefolgt vomVolkswohl Bund (1,57) und der Swiss Life (1,67). „Die Abweichung liegt am Kunden, der mit- unter einen anderen Anbieter wählt, als der Makler ihm rät, auch weil der Kunde weiterhinWert auf Sicherheit legt“, erklärt Johannes Neder, der stellvertretende Vema-Vorstandschef. Bei der Produkt- qualität lägen die Anbieter ohnehin dicht beieinander. „Makler bekommen durch den ‚Schwarm‘ der Kollegenbewertung Denkanstöße für die eigene Marktbewer- tung“, so Neder weiter. Vema-Makler hät- ten ihren Umsatzschwerpunkt jedoch bei Sachversicherungen (74 Prozent), auf den /9%HUHLFK HQWljHOHQ QXU HWZD 3UR]HQW Zunehmende Komplexität Nicht zu vergessen ist bei der Beratung und Bewertung der LV-Branche auch der staatliche Rahmen. Die Bundesregierung arbeitet mit Blick auf die private Altersvor- sorge bekanntlich gerade an der Riester- Revitalisierung. Helfen soll insbesondere das Altersvorsorgedepot (siehe das Spezial ab Seite 308). Dass es ein staatlich organi- siertes Standardprodukt geben soll, berei- tet den Lebensversicherern Sorge. „Ist das richtig, dass der Staat die Regeln macht, Spieler stellt und dann auch noch Schieds- richter ist?“, fragt Torsten Uhlig rhetorisch. Der Vorstandschef der Signal Iduna fürch- tet, dass der Staat mit günstigen Kosten, digitalem Abschlussweg und Beratungs- verzicht de facto zum marktbeherrschen- den Anbieter wird. „Altersvorsorge ist ein NRPSOH[HV EHUDWXQJVLQWHQVLYHV 7KHPD – gerade angesichts der vielen Riester-Ver- träge, die nun auf neue Produkte umge- stellt werden müssten“, so Uhlig. „Es ist fraglich, wie ein derart komple- [HV 6\VWHP RKQH TXDOLlj]LHUWH %HUDWXQJ für Verbraucher verständlich und sinnvoll QXW]EDU VHLQ VROOĺ SijLFKWHW LKP %'90 ([SHUWLQ +ÌXĕOHU EHL Ľ6WDWW ]XVÌW]OLFKHU Modelle wäre eine Vereinfachung und Konsolidierung der bestehenden Struktu- ren zielführender“, ist die Maklerin über- zeugt. Tatsächlich dürfte die Altersvor- sorge in naher Zukunft nun noch kom- SOH[HU ZHUGHQ DETLEF POHL FP 248 fondsprofessionell.de 2/2026 FONDS & VERSICHERUNG Lebenspolicen FOTO: © PROMA VERSICHERUNGSMAKLER » Bei Fondspolicen setzen wir auf vermögens- verwaltende Konzepte statt auf Einzelfonds. « Christina Häußler, Proma
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