FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Exit- Pläne Lebensversicherer ächzen nicht mehr unter Minizinsen, kämpfen aber mit veränderten Verbraucherwünschen, hohen Kosten und der Politik. Ein Ausweg ist daher der Run-off eines Bestands. F ast zehn Jahre ist es her, dass ein seinerzeit wenig bekanntes Thema in der deutschen Versicherungsbranche plötzlich Karriere machte: externe „Run- RȬVĺ DOVR GLH ¶EHUWUDJXQJ HLQHV %HVWDQGV an klassischen Lebenspolicen auf eine externe Gesellschaft (siehe FONDS pro- fessionell 4/2017, Seite 318). Die Generali Deutschland hatte Ende September 2017 einen entsprechenden Schritt angekün- digt. Kurz zuvor waren ähnliche Pläne der Ergo und der Axa bekannt geworden. Nach 2019, als die Generali ihren %HVWDQG DXI GLH 5XQ RȬ 3ODWWIRUP 9LUL - dium übertragen hatte, wurde es ruhi- JHU ł GLH %UDQFKH KDWWH JHZLVVHUPDĕHQ den Pause-Knopf gedrückt: „Man hatte zunächst abgewartet und beobachtet, ob dieser bedeutende Deal funktioniert. Dann kam die Pandemie, wenngleich im Hintergrund immer wieder Gesprä- FKH JHIĞKUW ZXUGHQĺ VDJW 6WHIDQ +H\HUV Head of Insurance bei KPMG Deutsch- land. Nach Corona platzen 2022 dann ]ZHL 5XQ RȬV GHU HLQHV =XULFK %HVWDQGV auf Viridium und der eines Axa-Portfolios auf Athora. 1XQ QLPPW GHU 5XQ RȬ7UHQG RȬHQ - sichtlich wieder Fahrt auf. „Wir sehen ein VHKU JURĕHV ,QWHUHVVH DQ %HVWDQGVĞEHU - tragungen und führen eine Reihe rele- vanter Gespräche. Das Momentum ist da XQG VWLPPW XQV VHKU RSWLPLVWLVFKĺ VDJW Tilo Dresig, Vorstandschef der Viridium- *UXSSH GHU JUĆĕWHQ GHXWVFKHQ 5XQ RȬ 3ODWWIRUP %UDQFKHQH[SHUWHQ EHVWÌWLJHQ das. Ein Paukenschlag war etwa, dass die R+V den Lebensversicherungsbe- stand ihrer Maklertochter Condor an die Frankfurter Investmentgesellschaft Acathia Capital verkauft. Doch was steckt KLQWHU GLHVHU 5HQDLVVDQFH GHU 5XQ RȬV" Lahmende Nachfrage Der wichtigste Grund ist sicherlich GHU 6WUXNWXUZDQGHO LQ GHU %UDQFKH YHU - EXQGHQ PLW HLQHU VHLW -DKUHQ UĞFNOÌXlj gen Nachfrage nach Lebenspolicen, was VLFK LQ VFKUXPSIHQGHQ %HVWÌQGHQ QLH - derschlägt. Allein 2024 verloren die Lebensversicherer über 1,2 Millionen Verträge: Das Neugeschäft kompensierte den Abgang nicht. Denn immer mehr Verbraucher wünschen kapitalmarktnahe Produkte. Damit geraten Lebensversi- cherungen gegenüber anderen Anlage- möglichkeiten wie Fonds und ETFs ins +LQWHUWUHȬHQ Ľ$XFK GDV 6SDUYHUKDOWHQ ändert sich, da bei vielen Verbrauchern kurzfristige Konsumausgaben stärker in den Vordergrund rücken als eine langfris- WLJH $OWHUVYRUVRUJHĺ HUJÌQ]W +H\HUV Hoher Aufwand (LQ ZHLWHUHV JURĕHV 3UREOHP VLQG GLH Aufwendungen für die schrumpfenden %HVWÌQGH Ľ9HUVLFKHUHU KDEHQ KRKH .RVWHQ Rückläufige Nachfrage nach Lebenspolicen, die Reformder priva- ten Altersvorsorge und hohe Kosten: KeinWunder, dass viele Lebensver- sicherer nach einemAusweg suchen – etwa über einen Run-off. » Versicherer haben hohe Kosten, die in teils veraltete IT-Infra- struktur und gebundene Mitarbeiterkapazitäten fließen. « Stefan Heyers, KPMG 250 fondsprofessionell.de 2/2026 FONDS & VERSICHERUNG Run-off FOTO: © MARQS | STOCK.ADOBE.COM
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