FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Neue Ladenhüter In Jahren stetig sinkender Überschussdeklarationen wurden Indexpolicen für Versicher zum hoffnungsvollen Produkttrend. Heute schenken ihnen die Anbieter kaum noch Beachtung. M itte der 1980er-Jahre lag es voll im Trend: Gestrickt wurde in Schulen während des Unterrichts, in Vorlesungen an Universitäten, und wer erinnert sich nicht an die klappernden Nadeln der Grü- nen in Bundestagssitzungen? Doch wie GDV PLW 7UHQGV VR LVW LUJHQGZDQQ ijDXHQ sie ab. Heute gehörenWolle und Strickna- deln in den wenigen Handarbeitsgeschäf- WHQ GLH ĞEHUKDXSW QRFK DQ]XWUHȬHQ VLQG wohl eher zu den Ladenhütern. Einen ähnlichen Weg scheinen derzeit Indexpolicen zu nehmen. Sie galten einst als echte Trendprodukte der deutschen Assekuranz. Im Zinsdilemma ab 2011 sollten sie die Antwort auf immer weiter sinkende Überschussdeklarationen in der klassischen Lebensversicherung sein. Bis 2020 brachte ein Versicherer nach dem anderen eine indexgebundene Police auf den Markt. Doch die Zwitterprodukte sind kom- plex und erklärungsbedürftig. Längst nicht jeder Versicherungsmakler mag zu Policen dieser Art beraten. Zudem ging das Versprechen kapitalmarktähnlicher Erträge in vielen Jahren bei Weitem nicht auf. So schenken die Anbieter ihren ehe- PDOLJHQ +RȬQXQJVWUÌJHUQ PLWWOHUZHLOH auch keine große Aufmerksamkeit mehr – und stellen sie in ihrem Sortiment in die hinteren Regale. Immer mehr Restposten Dabei lief es für Inhaber von Index- policen zuletzt ganz passabel. Immerhin bescherte ihnen die positive Börsenent- wicklung 2025 zum Teil recht vernünftige Renditegutschriften. Für 2026 haben die Versicherer zudem ihre Überschussdekla- rationen weiter nach oben geschraubt, was eine höhere Indexbeteiligung erlaubt. Doch all das sollte nicht darüber hinweg- täuschen, dass die Zwitterpolicen mehr und mehr zu Restposten werden. FONDS professionell widmet sich Indexpolicen zum zehnten Mal. Wäh- rend die Zahl der Versicherer, die diese Produkte imNeugeschäft anbieten, in der ersten Marktauswertung im Jahr 2017 bei 15 lag, belief sie sich 2020 auf 18. Aktuell sind nur noch 13 Unternehmen in Sachen Indexpolicen aktiv. Wie zuvor andere Ver- sicherer hat sich 2025 die HDI Vorsorge (bis Ende 2025 Targo Versicherung) ent- schieden, ihre Private-Rente Index Flex aus dem Neugeschäft zu nehmen. Als Grund dafür nennt eine Sprecherin des Talanx- Konzerns, zu dem das Unternehmen gehört, die Beendigung der Vertriebs- kooperation mit der Targobank. Die Indexpolicen von HDI und Neue Leben, die auch zu Talanx gehören, laufen im 1HXJHVFKÌIW DEHU ZHLWHU ,QVJHVDPW ljQGHQ sich aktuell 16 Versicherer mit indexge- bundenen Policen in der Produktpalette. Wie die Marktanalyse für 2024 zeigt auch die aktuelle Betrachtung, dass die Versicherer keine gravierenden Änderun- gen an ihren Indexpolicen mehr vorge- nommen haben. Warum auch? „Mittler- weile setzen viele Lebensversicherer lieber auf fondsgebundene Produkte“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei der Kölner Ratingagentur Assekurata. „Die Indexpolicen laufen zwar weiter, aber die Produktentwicklung ist nicht mehr dynamisch“, erklärt er. Wer will Wolle? Somanches Produkt, das sich über lange Zeit großer Beliebtheit erfreute, landet eines Tages imhintersten Regal seiner Anbieter. Dieses Schicksal scheint auch Indexpolicen zu drohen. 254 fondsprofessionell.de 2/2026 FONDS & VERSICHERUNG Indexpolicen FOTO: © ROMAURA | STOCK.ADOBE.COM
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