FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Auch bei Versicherungsmaklern nimmt das Interesse an indexgebundenen Poli- cen seit Jahren ab, wie Befragungen des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) zeigen. So ergab die jüngste Umfrage, dass nur noch knapp die Hälfte aller teilnehmenden Vermittler regelmä- ßig zu Indexpolicen berät. „Das ist der schlechteste Wert, den wir seit Beginn der Erhebung ermittelt haben“, sagt IVFP- Geschäftsführer Andreas Kick. „Es wird sichtbar, dass die Zurückhaltung nicht nur ein kurzfristiger Trend ist, sondern sich zunehmend verfestigt“, erklärt er. Gute Renditen 2025 Daran dürften auch die recht guten Erträge nichts ändern, die Inhaber index- gebundener Versicherungen zuletzt ein- streichen konnten. „Policen, deren Index- jahr 2025 endete, erzielten eine durch- schnittliche Rendite von etwa 3,4 Pro- zent“, so Kick. Im Vorjahr waren es drei Prozent. Die Ratingagentur Assekurata, die in ihrer aktuellen Studie „Überschuss- beteiligung und Garantien in der Lebens- versicherung“ auch das Segment der Indexpolicen untersucht hat, kommt für 2025 sogar auf eine Durchschnittsrendite von 4,49 Prozent gegenüber 3,78 Prozent im Jahr zuvor. „Das ist ein Lichtblick, ich glaube aber nicht, dass Indexpolicen im 9HUWULHE QRFK HLQPDO ]X JURĕHQ +RȬ - nungsträgern der Versicherer werden“, so Heermann. Die einstigen Trendpolicen der Asseku- ranz sind äußerst komplex, versprechen sie doch das Beste aus zwei Welten – Sicher- heit verbunden mit der Chance auf Kapi- talmarktrenditen. Bei einer Indexpolice zahlt der Sparer regelmäßig Beiträge ein, die in das Sicherungsvermögen des Anbie- WHUV ijLHĕHQ 'HNODULHUW GHU 9HUVLFKHUHU Überschüsse, kann der Policeninhaber wählen: Entweder er lässt sich seine Über- schussbeteiligung verzinsen, oder er nutzt sie, um an der Entwicklung eines Index oder mehrerer Indizes zu partizipieren. Der Zins wird immer für die kommen- den zwölf Monate garantiert, dann wird er dem Sicherungsvermögen gutgeschrie- ben. Wählt der Versicherungsnehmer für den bevorstehenden Zwölfmonatszyklus die Kapitalmarktpartizipation, verwendet der Versicherer seine Überschüsse, um über Finanzderivate, meist Optionen, in einen Index oder Indexmix zu investie- ren. Macht das Underlying in schlechten Börsenphasen Verluste, kann der Sparer den eingesetzten Überschuss verlieren. Die Gesamtrendite kann jedoch nicht unter null fallen. Der Preis der Sicherheit Quasi als „Preis“ für die Verlustbe- schränkung sind die bei einer positi- ven Indexentwicklung möglichen Erträge begrenzt. Derivate, die eine unbegrenzte Partizipation an Kursgewinnen zulassen würden, sind sehr teuer. Sie ließen sich DXV GHQ ¶EHUVFKĞVVHQ QLFKW ljQDQ]LHUHQ Werden zur Deckelung Caps eingesetzt, SURljWLHUW GHU 6SDUHU YRQ GHU :HUWVWHLJH - rung des Index bis zu einem bestimmten Limit. Bei einem Cap von beispielsweise drei Prozent nimmt der Policeninhaber also jede positive Performance bis zu die- ser Grenze mit. Geht die Rendite darüber hinaus, wird sie abgeschnitten. Verluste werden voll berücksichtigt. Zu einem bestimmten Bewertungs- stichtag – meist einmal pro Monat – wird die tatsächliche Indexentwicklung mit demCap abgeglichen. Die Gesamtabrech- nung erfolgt nach Ablauf des Zyklus zum Indexstichtag. Sofern die Summe aus den addiertenMonatsrenditen positiv ist, wird sie dem Vermögen gutgeschrieben. Mit diesem Log-in-Verfahren ist das Indexjahr abgeschlossen, der Policen- inhaber kann erneut entscheiden, ob er für die nächsten zwölf Monate den siche- ren Zins nehmen oder auf die Indexent- wicklung setzen möchte. Zins und Cap ZHUGHQ QHX GHljQLHUW XQG JHOWHQ ZLHGH - rum für ein Jahr. Quote statt Cap Sieht eine Indexpolice eine Quote vor, so legt diese eine prozentuale Partizipation an der Wertsteigerung des Index fest. Bei neueren Tarifgenerationen beziehen sich Partizipationsquoten meist auf die Jahres- rendite des Index. Daher sehen die Versi- cherer nur noch einen Stichtag vor. Auch hier gilt, dass die Gesamtrendite bei null liegen, aber nicht negativ werden kann. Auch wenn die Anbieter an den Fea- tures ihrer Indexpolicen kaum noch schrauben, hat der gestiegene Höchstrech- nungszins zumindest bei zwei Versiche- rern zu einer Veränderung geführt. Seit der Höchstrechnungszins 2022 auf 0,25 Prozent gesunken ist, hat kein Unter- nehmen mehr eine volle Bruttobeitrags- garantie gegeben. „Mit dem Anstieg des Höchstrechnungszinses auf ein Prozent im Januar 2025 sind HDI und die Würt- tembergische zu einer Bruttobeitrags- garantie von 100 Prozent zurückgekehrt“, sagt Assekurata-Experte Heermann. „Bei fondsprofessionell.de 2/2026 255 FOTO: © IVFP » Es wird sichtbar, dass sich die Zurückhaltung bei Vermittlern zunehmend verfestigt. « Andreas Kick, IVFP
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