FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Guntram Schloß, der Vorstandschef von Apella , blickt auf die Anfänge seines Neubrandenburger Maklerpools zurück, spricht über die Bedeutung des Investmentgeschäfts – und echauffiert sich darüber, wie Private Equity die Branche kapert. S eit vielen Jahren schon hat Apella einen festen Platz in den Makler- pool- und Haftungsdach-Tabellen von FONDS professionell. In der redaktionel- len Berichterstattung taucht das Unterneh- men aber wesentlich seltener auf als Wett- bewerber wie Blau Direkt, Fonds Finanz, Fondskonzept, Fondsnet, JDC oder Net- fonds. Ein Grund dafür mag sein, dass Apella in Neubrandenburg an der Meck- lenburgischen Seenplatte sitzt – stolze 740 Autokilometer von der Kölner Redaktion entfernt. Dennoch war es höchste Zeit, ein Interviewmit Vorstandschef Guntram Schloß zu vereinbaren. Dem kam die Anfrage gerade recht, plant Schloß doch ohnehin, etwas lauter für sein Unterneh- men zu trommeln als bisher. HerrSchloß,wasbedeutetderNameApella? Guntram Schloß: Apella nannte man im Stadtstaat Sparta zur Zeit der griechischen Antike die Volksversammlung der freien Männer, die demokratisch über die Geset- zesvorschläge der Regierenden abstimmte. Das fand ich für einen Zusammen- schluss von Maklern sehr passend, da wir demokratisch und gemeinsam Geschäft machen wollen. Wie kam es überhaupt zur Gründung der Gesellschaft? Unser Maklerverbund wurde 1993 von sieben Maklern gegründet, ich war einer davon. Wir hatten das Ziel, selbstständig und wie erwähnt demokratisch – also gleichberechtigt ohne Chef über uns – Investmentgeschäft zu machen. Die meis- ten kamen aus einem Strukturvertrieb und wollten nicht zurück. Damals musste man sich selbst um die Vertriebsvereinba- rungen mit den Fondsgesellschaften und um die Abwicklung kümmern. Das ist uns nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelungen, zu diesem Zweck bauten wir eine Abwicklungsplattform auf. Um die habe ich mich dann gekümmert, und aus diesem internen Service ist schließlich Apella als Maklerverbund entstanden. WiesohabenSiesichfüreineKarriereinder Vermittlerbrancheentschieden? In der Wendezeit habe ich mein Studium abgeschlossen und bin durch einen Studienfreund auf die Möglichkeiten eines Aktieninvestmentfonds aufmerksam gemacht worden. Der Gedanke, dass jeder, auch wenn er nur einen ganz kleinen Anteil an einem Fonds besitzt, prozen- tual den identischen Gewinn bekommt wie derjenige, der wesentlich mehr Geld investiert, faszinierte mich sofort. Das ist eine ehrliche, demokratische Geschichte. Für mich war klar, dass jeder innerhalb von ein paar Jahren Anteile an gut gema- nagten Aktienfonds haben wird. Auch bei GHU $XijĆVXQJ GHU ''5 KÌWWH HLJHQWOLFK jeder Bürger etwas von dem Volkseigen- tum bekommen müssen. Das kam so aber nicht, weil die Bürger entgegen den Behauptungen des Systems nicht wirklich Besitzer des Produktivkapitals waren. Apella startete als Investmentpool, ist mitt- lerweileaber einAllfinanzdienstleister.Wie kames zudiesemSchwenk? „Dem müssen wir etwas entgegensetzen! “ » Apella nannte man im Stadtstaat Sparta zur Zeit der griechischen Antike die Volksversammlung der freien Männer. « Guntram Schloß, Apella VERTRIEB & PRAXIS Guntram Schloß | Apella 268 fondsprofessionell.de 2/2026

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