FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Bis Anfang des neuen Jahrtausends waren Versicherungen eher ein Nebenthema für Apella. ImWesentlichen vermittelten wir fondsgebundene Versicherungen. Nicht zuletzt habe ich lange das Risiko gescheut, das für einen Pool aus dem Storno der diskontierten Courtagen bei Lebensver- sicherungen entsteht. Dieses Risiko einzu- gehen, war aber wiederum nötig, da der Pool so Vertragsinhaber ist – und nicht nur risikolos einen Overhead kassiert – und damit datenschutzrechtlich auch alle Daten bekommen kann. Da wir die Daten über alle Bereiche für den Makler konsolidieren, war das unsere Bedingung. Wanngingesdannwirklich los? Als mein heutiger Vorstandskollege Harry Kreis, der damals noch einer der erfolg- reichsten Makler bei Apella war, den Ver- sicherungsbereich aufbauenwollte und das fachlich auch konnte. Anfangs war er tage- weise in Neubrandenburg, später dann in Vollzeit. Zunächst sind wir im Komposit- bereichmit unserer Tochter Deutsche Asse- kuradeur GmbH gestartet. Später gründe- ten wir noch eine Gesellschaft, über die wir mit gerichtlich zugelassenen Rentenbe- ratern Rechtsberatung in der betrieblichen Altersvorsorge anbieten. 2021 folgte darü- ber hinaus ein Assekuradeur für Oldtimer, Youngtimer und Premiumfahrzeuge. Vor einigen Jahren vervollständigte unsere auf die private Krankenversicherung speziali- sierte Tochtergesellschaft KVS das Portfolio und brachte uns ein sehr starkes Wachs- tum in diesem Segment. 2010gründetenSiedasHaftungsdachApella Wertpapierservice.Wiekamesdazu? Nun ja, das Fondsgeschäft betreiben wir mit unserem Maklerverbund und alle anderen, die mit Erlaubnis nach Paragraf 34f Gewerbeordnung arbeiten, letztlich aufgrund der Bereichsausnahme im Kre- ditwesengesetz. Wie lange diese Ausnah- meregelung Bestand haben wird, weiß nie- mand. Um das Investmentgeschäft wirk- lich dauerhaft anbieten zu können und den Bestand für unsere Partner zu sichern, benötigen wir eine Bank oder ein Wert- papierinstitut. Das haben wir gegründet. Da das Institut zunächst nur als Back-up für den Notfall gedacht war, wollten wir die Strukturen anfangs klein halten. Aller- dings kam die Finanzaufsicht mit dem Hinweis auf uns zu, wir würden, anders als bei den beantragten Dienstleistungen angegeben, gar keine Finanzportfoliover- waltung erbringen. Das war die Geburts- stunde unserer eigenen Vermögensverwal- tung. Das war letztlich Schicksal. Denn das ist nun der Bereich, der seit Corona rasant Fahrt aufnimmt – insbesondere dasWhite- Label-Produkt, bei dem Makler als Sub- advisor agieren und ihren Kunden somit eine individuelle Vermögensverwaltung unter ihremNamen anbieten können. WennSievonMaklernalsSubadvisorspre- chen, meinen Sie die bei Ihnen angeschlos- senenVermittlermit 34f-Erlaubnis, oder? Nein, imGegensatz zu anderen Pools, die sich hier eine Selbstbeschränkung auferle- gen und nur 34f-Vermittler akzeptieren, können bei uns auch Vertriebspartner mit Versicherungsmaklererlaubnis Ver- mögensverwaltungen beraten. » Es geht darum, den Kern unseres Berufs- standes – unsere Unabhängigkeit – gegen eine Entwicklung zu schützen, die ich als ›Karawanenkapita- lismus‹ begreife. « Guntram Schloß, Apella fondsprofessionell.de 2/2026 269 FOTO: © LEONARD SILZ FÜR FONDS PROFESSIONELL

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