FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Kommen wir zu einigen Kennzahlen. Zunächst: Wie groß ist eigentlich Ihr Invest- mentbereich? Nicht wirklich groß. Wir haben 555 Ver- mittler mit 34f-Erlaubnis sowie 65 Part- ner imHaftungsdach, die alle zusammen in Summe rund 1,2 Milliarden Euro im Investmentbereich betreuen. Dagegen kooperieren rund 3.900 Versicherungs- makler mit 34d-Erlaubnis mit uns, die mit knapp 90 Prozent auch den Haupt- teil der Umsätze erwirtschaften. Auf den Investmentbereich entfallen etwa zehn Prozent, auf Finanzierungen weniger als ein Prozent. Undwiehoch ist IhrUmsatz? 2025 lag er in der Apella-Gruppe bei rund 60 Millionen Euro. Wachsen Sie organisch? Oder profitieren Sie lediglich von der Marktentwicklung bei den Investmentbeständen und den Versi- cherungsprämien? Beides. Wir verlieren im Jahr rund fünf Prozent wegen Ruhestand oder Bestands- verkauf. Die fehlenden Umsätze fangen die Entwicklungen an den Märkten und die Prämiensteigerung auf. Das tatsäch- liche Wachstum ist bei uns organisch – geschätzt rund zehn Prozent im Jahr – durch neue Makler und Neugeschäft der bestehenden Partner. Sie hatten anfangs argumentiert, warum Investments so toll sind. Jetzt bin ich über- rascht, dassder Fondsbereichsoklein ist. Dass unser Investmentbereich im Ver- gleich zu anderen Segmenten noch Raum für Wachstum lässt, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Frage der Sicht- barkeit. Der Investmentbereich ist konti- nuierlich gewachsen und nie geschrumpft, doch wir verzichten bewusst auf den lau- ten Marketingstil einiger Mitbewerber. Aber es ist Zeit, dass wir unsere Stimme erheben. Während Private-Equity-Investo- ren mit massiver Kapitalgewalt in unsere Branche drängen und Pools sowie Makler- häuser aufkaufen, steht weit mehr auf dem Spiel als nur Marktanteile: Es geht darum, den Kern unseres Berufsstandes – unsere Unabhängigkeit – gegen eine Ent- wicklung zu schützen, die ich als „Karawa- nenkapitalismus“ begreife. Ein System, das Werte extrahiert, statt sie nachhaltig zu VFKDȬHQ 'DV 1DUUDWLY GHU 3ULYDWH (TXLW\ +ÌXVHU VLH PDFKWHQ 8QWHUQHKPHQ ĽljWWHUĺ ist oft ein Mythos. Studien zeigen, dass GLHVH Ľ(ȯ]LHQ]JHZLQQHĺ PHLVW ]XODVWHQ des langfristigen Wachstums gehen. Pri- vate-Equity-geführte Unternehmen haben laut Studien eine zehnmal höhere Wahr- scheinlichkeit, insolvent zu werden als inhabergeführte Firmen. Beteiligungsge- sellschaften ziehen wie eine Karawane von Branche zu Branche, immer auf der Suche nach maximaler Rendite, ohne langfristi- JH 9HUDQWZRUWXQJ IĞU GDV JHVFKDȬHQH Ökosystem zu übernehmen. Demmüssen wir etwas entgegensetzen und etwas schaf- fen, das Maklern eine Alternative für ihre Geschäftsbeziehung bietet. Klare Worte zu den Beteiligungsgesell- schaften… Sehen Sie, es gibt zwei mögliche Ent- wicklungen für Pools, die solche Eigner haben. Wenn es gut läuft, gelingt es der Private-Equity-Gesellschaft, den Makler- pool an jemanden zu verkaufen, der an demGeschäftsmodell tatsächlich Interesse hat. Wenn man der Studienlage trauen kann, ist das jedoch eher selten der Fall. Wahrscheinlicher ist, dass verbrannte Erde hinterlassen wird. Private-Equity-Firmen wie Warburg Pincus oder HG Capital sind langfristig nicht amGeschäftsmodell des Marktes interessiert, sondern wollen am Ende des Tages eine hohe Rendite erzielen. Das geht momentan bei Makler- unternehmen und -pools gut, weil dort YLHOH 6\QHUJLHHȬHNWH QRFK QLFKW JHKREHQ sind. Zudem sind die Gesellschaften solide ljQDQ]LHUW XQG KDEHQ LQ GHU 5HJHO NHLQH » Insgesamt haben wir 227 Aktionäre, darunter mein Vorstandskollege Harry Kreis und ich als Mehrheitseigentümer. « Guntram Schloß, Apella VERTRIEB & PRAXIS Guntram Schloß | Apella 270 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © LEONARD SILZ FÜR FONDS PROFESSIONELL

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=