FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Das Bankhaus Herzogpark in München ist eine kleine, noch junge Privatbank, die ihre Nische gefunden zu haben scheint. Vorstand Volker Rützel spricht über anspruchsvolle Kunden, Erreichbarkeit amWochenende und Goldbestände, die ein Zuhause suchen. D as Wohn- und Villenviertel Herzog- park in München-Bogenhausen gilt als sehr gute Adresse in Bayerns Lan- deshauptstadt – und ist Namensgeber eines Bankhauses, das sich mit seiner Geschichte und dem Geschäftsmodell durchaus deutlich von vielen Wettbe- werbern unterscheidet. Nahe der Isar kümmern sich 32 Mitarbeiter um sehr vermögende Kunden. Vorstand Volker Rützel gibt einen Einblick in die Arbeit des Instituts. Herr Rützel, das Bankhaus Herzogpark ist in der breiten Öffentlichkeit noch nicht so bekannt. Können Sie uns etwas über die Geschichte IhresHauseserzählen? Volker Rützel: Das war ja genau der Sinn der Übung, dass man uns nicht sofort kennt (lacht). Nein, ich fange mal mit der Zeit vor der Banklizenz an. 2007 grün- GHWHQ HLQ HUIDKUHQHU )DPLO\ 2ȯFHU YRQ der Hypovereinsbank und ein namhafter Partner einer Steuerkanzlei aus München eine Beratungsgesellschaft für strategische Asset Allocation. Die Idee war, Kunden zu beraten, wie sie ihr Geld anlegen sollen – DOVR ]XQÌFKVW GLH $QODJHNODVVHQ ]X GHlj - nieren und darauf aufbauend geeignete Vermögensverwalter auszuwählen. Es war eine Mischung aus klassischer Beratung XQG )DPLO\ 2ȯFH OLJKW 'LH *UĞQGXQJ der GmbH war auch der Unzufrieden- heit über das bestehende Beratungs- und Produktangebot der etablierten Banken geschuldet. MitwelchemKundenstammsindSiedamals gestartet? Bereits zu Beginn betreuten wir vier große Unternehmerfamilien mit Milliardenver- mögen. Diese Familien agieren sehr vor- sichtig. Sobald Unsicherheit am Markt aufzieht, steigt die Sensibilität. Als sich 2008 die Krise an den Märkten zuspitzte, haben wir umgehend reagiert, wir zogen sämtliche Gelder bei externen Vermögens- verwaltern ab und haben sie vollständig liquidiert. Da standen Sie dann auf einmal mit einer MengeCashda. Genau – und wir sprechen über Mil- liardenbeträge. Die Kunden wünschten maximale Sicherheit und planten, das Geld zur Deutschen Bundesbank zu trans- ferieren. Dafür brauchte man jedoch eine Banklizenz. Damals waren hierfür fünf Millionen Euro an Eigenkapital, ein voll- ständiges Organisationshandbuch und der Aufbau der entsprechenden Infra- struktur inklusive Rechenzentrum erfor- derlich. Der einfachste Weg war, über den Rahmen des DZ-Bank-Konzerns an eine eigene Bankleitzahl zu kommen, ähn- OLFK ZLH HLQH NOHLQH 5DLȬHLVHQEDQN ,P September 2009 erlangten wir dann die Banklizenz. So ist das Bankhaus Herzog- park entstanden. Undwiegingesdannweiter? Als sich Anfang 2010 die Märkte stabi- lisierten, haben wir die Gelder wieder investiert und verteilten sie an die Vermö- gensverwalter. Beimnächsten Controlling- Termin stellten wir jedoch fest, dass durch überhöhte Gebühren für die Banken bei der Performance der Vermögensverwal- „Bei uns gibt es keine Zielvorgaben “ » Die Bank wurde quasi aus dem Nichts aufgestellt. « Volker Rützel, Bankhaus Herzogpark BANK & FONDS Volker Rützel | Bankhaus Herzogpark 372 fondsprofessionell.de 2/2026

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