FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Managers Lieblinge High-Conviction-Fonds spiegeln die Meinung ihrer Manager deutlich wider und setzen klare Akzente. Einige davon sind damit über lange Zeiträume sehr erfolgreich. W ir befinden uns im Jahr 2026 nach Christus. Ganz Gallien – Verzei- hung, der ganze Fondsmarkt – wird von ETFs beherrscht. Der ganze Fondsmarkt? Nein! Einige unbeugsame aktive Fonds leisten Widerstand. Besonders erfolgreich sind dabei Manager, die auf starke eigene Überzeugungen setzenmit demMut, sich radikal vom Index zu distanzieren. Solche High-Conviction- Strategien geben das Benchmarkkonzept entweder ganz auf oder sie gehen be- wusst auf Abstand zum Index. Die Mehrheit von ihnen fährt kleinere Port- foliogrößen mit weni- ger als 50 Aktien, aber auch Fonds mit 60 und mehr Positionen können starke Überzeugungen auf- weisen. Grenzen setzt ihnen die 5/10/40-Regel, nach der ein UCITS- Fonds höchstens zehn Prozent sei- nes Vermögens in einen einzelnen Emit- tenten investieren darf; Positionen über fünf Prozent dürfen zusammen grund- sätzlich nicht mehr als 40 Prozent des Fondsvermögens ausmachen. Die Herausforderung ist freilich: Wer sich auf wenige Aktien festlegt, kann auch deutlich danebenliegen. Tatsäch- lich zeigt eine Auswertung auf Basis von Morningstar-Daten, wie schwer es vielen High-Conviction-Fonds fällt, echte Mehr- rendite zu erzielen. Das signalisiert etwa die Information Ratio, der Quotient aus der Überrendite, die ein Fonds erzielen konnte, und der Abweichung zur Bench- mark (Tracking Error). Eine positive Infor- mation Ratio bedeutet, dass sich das ein- gegangene Risiko gelohnt hat. Werte über 0,4 gelten als gut, oberhalb eins als her- vorragend. Bei den meisten Fonds – und auch vielen High-Conviction-Produkten – liegt die Information Ratio aber unter 0,4 und oft sogar im negativen Bereich. Das aktive Management hat bei diesen Fonds im Vergleich zu einem rein passi- ven Ansatz sogar Performance gekostet. Es gibt aber auch Strategien, die erfolg- reich und oft über Zyklen hinweg Mehr- wert geliefert haben. FONDS professionell stellt einige von ihnen vor. High Convic­ tion Fund Mit dem High Conviction Fund setzt der Vermö- gensverwalter Focam auf eine globale Aktien- selektion ohne Benchmark. Den Rahmen bildet die Analyse der globalen Makrobedingungen, der Kapitalmärkte sowie zentraler Trends, erklärt Fondsmanager Tho- mas Bayreuther. Entscheidend fürs Portfolio ist letztlich die Bottom-up-Selek- tion. Das Ergebnis ist ein Portfolio aus rund 25 globalen Einzeltiteln. Der Ansatz profitiert laut Bayreuther von der zunehmenden Konzentration an den internationalen Aktienmärkten. Eine Folge der KI-Disruption sei die zuneh- » Wenn man breit streut, kann man ohne Probleme mehrere unterschiedliche High-Conviction-Fonds einsetzen. « Werner Lang, Greiff Research Institut Exquisite Auswahl: Manager von High-Conviction-Fonds packen nur diejenigen Aktien in ihr Portfolio, von denen sie wirklich überzeugt sind. 108 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE High-Conviction-Fonds FOTO: © CARMEN STEINER | STOCK.ADOBE.COM | FOTOMONTAGE: FONDS PROFESSIONELL

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=