FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Realer Mehrwert Anleihen mit Inflationsschutz bieten gerade recht attraktive Realzinsen. Wer sein Kapital mit einem spezialisierten Fonds vor Geldentwertung schützen will, sollte aber einiges beachten. M it inflationsindexierten Anleihen ist es wie mit einer Versicherung: Ist das Risiko gering, ist die Versicherungs- prämie meist günstig, doch wenn die Gefahr eines Schadenfalls steigt, wird die Prämie rasch teurer. So gesehen müsste das Inflationsrisiko gerade niedrig sein, denn deutsche Bundesanleihen mit ein- gebautem Inflationsschutz boten zuletzt eine historisch hohe reale Rendite von 0,9 Prozent. Doch gleichzeitig lagen die deut- sche und die europäische Teuerungsrate im Juli mit 2,8 und 2,9 Prozent weit über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Dabei ist spätestens seit dem Jahr 2022 klar, dass Anleger die Inflation niemals abschreiben sollten. Vor gut vier Jahren endete die Nullzinsphase mit dem mas- sivsten Teuerungsschub seit Jahrzehnten. Fast sieben Prozent Preisauftrieb bedeu- teten einen enormen Kaufkraftverlust für Millionen Sparer und zwangen die zunächst zögerlichen Euro-Zentralbanker zu einemumso härteren Durchgreifen bei den Leitzinsen. Für langfristig orientierte Anleger und Sparer ist Inflation besonders gefährlich. Liegt die nominale Anlagerendite unter der Inflationsrate, schmilzt die Kauf- kraft des investierten Kapitals dahin. Bei Sparanlagen ist das eher die Regel als die Ausnahme: In den meisten Jahren seit Euro-Einführung 1999 lagen die EZB- Leitzinsen unter der Teuerungsrate. Das erschwerte die reale Vermögensbildung über Tagesgeldkonten und Geldmarkt- fonds deutlich. Inflationsindexierte Anlei- hen können hier potenziell helfen, indem sie das Inflationsrisiko gewissermaßen ausklammern. Steigender Nennwert Die auch Linker oder Inflation Linked Bonds (ILBs) genannten Papiere nutzen dazu einen speziellenMechanismus: Übli- cherweise wird der Nennwert solcher Anleihen regelmäßig um die offiziell gemessene Inflationsrate erhöht. Beträgt die Jahresteuerung fünf Prozent, dann steigt der Nennwert einer Anleihe in diesem Jahr von 100 auf 105 Euro. So ist über die gesamte Laufzeit hinweg der Nenn- und damit auch der Rückzahlbe- trag real gesichert. Dasselbe gilt auch für die Kuponzahlungen. Weil sich die fixen Zinskupons auf den jeweiligen Nennwert beziehen, steigen sie mit höherem Nenn- wert an. Beim Kauf einer inflationsinde- xierten Anleihe steht die reale Rendite bis zur Fälligkeit bereits fest. „Inflationsinde- xierte Anleihen gleichen ihrer Konstruk- tion nach einer Kaskoversicherung mit Selbstbeteiligung“, umschreibt es Bern- hard Matthes, Bereichsleiter bei Pax-BKC Asset Management. Die Sache hat allerdings zwei poten- zielle Nachteile: Zum einen kann der Kurs der Linker während der Laufzeit Die hohen Teuerungsratenmachen nicht nur beimBlick auf den Ein- kaufszettel stutzig, sie können auch imPortfolio deutliche Spuren hinter- lassen. Inflationsindexierte Anleihen versprechen Absicherung. » Inflationsindexierte Anleihen gleichen einer Kaskoversicherung mit Selbstbeteiligung. « Bernhard Matthes, Pax-BKC AM 130 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Alternative Investments FOTO: © LUCIANO | STOCK.ADOBE.COM
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